2012
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Das Neue Zeitalter
 
 
 

Offenbarung - Teil 4

 

Offenbarung an Johannes


Kapitel 6



Offenbarung 6


Die Öffnung der ersten sechs Siegel



„Und ich sah, als das Lamm eines von den sieben Siegeln öffnete, und hörte eines von den vier lebendigen Wesen wie mit einer Donnerstimme sagen: Komm! 

2 Und ich sah: Und siehe, ein weißes Pferd, und der darauf saß, hatte einen Bogen; und ihm wurde ein Siegeskranz gegeben, und er zog aus, siegend und um zu siegen.

3 Und als es das zweite Siegel öffnete, hörte ich das zweite lebendige Wesen sagen: Komm! 

4 Und es zog aus ein anderes, ein feuerrotes Pferd; und dem, der darauf saß, ihm wurde gegeben, den Frieden von der Erde zu nehmen und die Menschen dahin zu bringen, dass sie einander schlachteten; und ihm wurde ein großes Schwert gegeben.

5 Und als es das dritte Siegel öffnete, hörte ich das dritte lebendige Wesen sagen: Komm! Und ich sah: Und siehe, ein schwarzes Pferd, und der darauf saß, hatte eine Waage in seiner Hand. 

6 Und ich hörte etwas wie eine Stimme inmitten der vier lebendigen Wesen, die sagte: Ein Maß Weizen für einen Denar und drei Maß Gerste für einen Denar! Und dem Öl und dem Wein füge keinen Schaden zu!

7 Und als es das vierte Siegel öffnete, hörte ich die Stimme des vierten lebendigen Wesens sagen: Komm! 

8 Und ich sah: Und siehe, ein fahles Pferd, und der darauf saß, dessen Name <ist> »Tod«; und der Hades folgte ihm. Und ihnen wurde Macht gegeben über den vierten Teil der Erde, zu töten mit dem Schwert und mit Hunger und mit Tod und durch die wilden Tiere der Erde.

9 Und als es das fünfte Siegel öffnete, sah ich unter dem Altar die Seelen derer, die geschlachtet worden waren um des Wortes Gottes und um des Zeugnisses willen, das sie hatten. 

10 Und sie riefen mit lauter Stimme und sprachen: Bis wann, heiliger und wahrhaftiger Herrscher, richtest und rächst du nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen? 

11 Und es wurde ihnen einem jeden ein weißes Gewand gegeben; und es wurde ihnen gesagt, dass sie noch eine kurze Zeit abwarten sollten, bis auch ihre Mitknechte und ihre Brüder vollendet seien, die ebenso wie sie getötet werden sollten.

12 Und ich sah, als es das sechste Siegel öffnete: Und es geschah ein großes Erdbeben; und die Sonne wurde schwarz wie ein härener Sack, und der ganze Mond wurde wie Blut, 

13 und die Sterne des Himmels fielen auf die Erde, wie ein Feigenbaum, geschüttelt von einem starken Wind, seine Feigen abwirft. 

14 Und der Himmel schwand dahin wie ein Buch, das zusammengerollt wird, und jeder Berg und jede Insel wurden von ihren Stellen gerückt. 

15 Und die Könige der Erde und die Großen und die Obersten und die Reichen und die Mächtigen und jeder Sklave und Freie verbargen sich in die Höhlen und in die Felsen der Berge; 

16 und sie sagen zu den Bergen und zu den Felsen: Fallt auf uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes! 

17 Denn gekommen ist der große Tag ihres Zorns. Und wer vermag zu bestehen?“


Wie in Kapitel 5 verdeutlicht, ist allein das Lamm Gottes, der Herr Jesus Christus würdig, das Buch mit den Siegeln zu öffnen. Dieses Buch enthält den endzeitlichen Geschichtsplan Gottes. Durch das Öffnen der Siegel werden die Gerichte Gottes eingeleitet. Jedes der Siegel steht dabei für eines dieser aufeinander folgenden Gerichte.


In Kapitel 6, Vers 1 werden wieder die vier lebendigen Wesen genannt, die schon in Kap. 4,6ff und Kap. 5,6ff. auftreten. Es sind die vier Wesen, von denen eines einem Löwen, eines einem jungen Stier, eines einem Menschen und eines einem fliegenden Adler gleicht (4,7), siehe Offenbarung Teil 3. Im Mittelpunkt steht aber das Lamm, welches das erste Siegel öffnet. Das Lamm, ein Bild für Frieden, eröffnet Gottes Zorngerichte. Wie passt das zusammen? Es liegt daran, dass es in der Offenbarung um das zweite Kommen Jesu geht. Bei seinem ersten Kommen kam er als der Erniedrigte, der um unserer Schuld willen misshandelt wurde:


„Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf wie das Lamm, das zur Schlachtung geführt wird und wie ein Schaf, das stumm ist vor seinen Scherern; und er tat seinen Mund nicht auf.“ (Jesaja 53,7)


Bei seinem zweiten Kommen kommt Jesus als der Weltenrichter, wie in Daniel 7 angekündigt. Er vollstreckt den Willen des Vaters. Und selbst inmitten der Gerichte schaut Gott auf Menschen, die umkehren und Buße tun möchten. Kein weltlicher König oder Herrscher hätte die Langmut und die Geduld wie Gott sie hat. Hier zeigt sich wahrlich das Wesen des Lammes. Doch auch die Geduld Gottes hat einmal ein Ende und irgendwann wird das Maß erreicht sein, welches das Gerichtshandeln Gottes losbrechen lässt.


Die sieben Siegel sind sieben Gerichte. Zunächst folgen sechs Gerichte. Dass das siebte gesondert beschrieben wird, liegt offenbar daran, dass dieses siebte Gericht in die erste Posaune mündet (Offenbarung 8,1ff.). Diese Posaunen sind ebenfalls Gerichte und wiederum sind es sieben an der Zahl. Auch in den Gerichten zeigt sich so die Vollkommenheit Gottes, denn die Zahl 7 steht für Vollkommenheit. Auch bei den Posaunen werden zunächst die ersten sechs geblasen, die siebte wiederum mündet in die sieben Zornschalen (Offenbarung 16), eine weitere Folge von Gerichten. Wir sehen hier also Steigerungen in den Gerichten, beginnend mit dem ersten Reiter (6,2). Und am Ende dieser Steigerungen wird das Vergehen der Schöpfung folgen und das Entstehen einer neuen Erde.


Ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis dieser Gerichte  ist die Ölbergrede bzw. Endzeitrede des Herrn Jesus aus Matthäus 24:


„3 Als er aber auf dem Ölberg saß, traten seine Jünger für sich allein zu ihm und sprachen: Sage uns, wann wird das sein, und was ist das Zeichen deiner Ankunft und der Vollendung des Zeitalters? 

4 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Seht zu, dass euch niemand verführe! 

5 Denn viele werden unter meinem Namen kommen und sagen: Ich bin der Christus! Und sie werden viele verführen. 

6 Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hören. Seht zu, erschreckt nicht! Denn es muss geschehen, aber es ist noch nicht das Ende. 

7 Denn es wird sich Nation gegen Nation erheben und Königreich gegen Königreich, und es werden Hungersnöte und Erdbeben da und dort sein. 

8 Alles dies aber ist der Anfang der Wehen. 

9 Dann werden sie euch in Bedrängnis überliefern und euch töten; und ihr werdet von allen Nationen gehasst werden um meines Namens willen. 

…

29 Aber gleich nach der Bedrängnis jener Tage wird die Sonne verfinstert werden und der Mond seinen Schein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden.“ 


In der Offenbarung finden wir diese Verse in dramatischer Weise und noch ausführlicher bestätigt.



Auch zu beachten ist diese Passage aus Sacharja 6:


„Und ich hob wieder meine Augen auf und sah: Und siehe, vier Wagen, die zwischen den zwei Bergen hervorkamen! Und die Berge waren Berge aus Bronze. 

2 Am ersten Wagen waren rote Pferde und am zweiten Wagen schwarze Pferde 

3 und am dritten Wagen weiße Pferde und am vierten Wagen scheckige, starke Pferde. 

4 Und ich antwortete und sagte zu dem Engel, der mit mir redete: Was sind diese, mein Herr? 

5 Und der Engel antwortete und sprach zu mir: »Diese sind die vier Winde des Himmels, die herauskommen, nachdem sie vor dem Herrn der ganzen Erde gestanden haben. 

6 Die schwarzen Pferde, die daran sind, ziehen aus ins Land des Nordens; und die weißen ziehen aus hinter ihnen her; und die scheckigen ziehen aus ins Land des Südens; 

7 und die starken ziehen aus.« Und sie trachteten danach hinauszugehen, um auf Erden umherzuziehen. Und er sprach: Geht, zieht umher auf Erden! Da zogen sie auf Erden umher. 

8 Und er rief mich an und redete zu mir: Siehe, die, welche ins Land des Nordens ausgezogen sind, lassen meinen Geist Ruhe finden im Land des Nordens.“


In dieser Stelle lesen wir auch von 4 Pferden bzw. Pferdewagen. Es handelt sich um Gerichtsboten. Das Land des Nordens bezeichnete die damaligen Feinde Israels aus dem Norden, Assyrien, Babylon, die Seleukiden und die Römer. Und im Süden lag Ägypten. Und gegen diese Feinde des Volkes Israel wurden die Streitwagen losgeschickt. In der Offenbarung sind es wieder Pferde, die gegen die Feinde Gottes ausgeschickt werden.



Offenbarung 6,1-2:

„Und ich sah, als das Lamm eines von den sieben Siegeln öffnete, und hörte eines von den vier lebendigen Wesen wie mit einer Donnerstimme sagen: Komm!

2 Und ich sah: Und siehe, ein weißes Pferd, und der darauf saß, hatte einen Bogen; und ihm wurde ein Siegeskranz gegeben, und er zog aus, siegend und um zu siegen.“


Das Lamm öffnet das Siegel und es ist wieder eines der vier lebendigen Wesen - ein Cherub oder Engel – zu hören. Im weiteren Verlauf treten diese Engel immer wieder als ausführende Organe im Zusammenhang mit den Gerichten auf. In diesem Vers erschallt wieder Donner, stets ein Zeichen des Gerichtes und des Zornes Gottes.


Was das weiße Pferd angeht, so möchte man spontan an Christus denken, der ja auch in Offb. 19,11 auf einem weißen Pferd erscheint, als er den Teufel besiegt. In Offenbarung 6,2 ist er aber nicht gemeint. Der Bogen ist nicht das Kennzeichen Jesu, sondern das Schwert. Auch das Wort Gottes wird als Schwert bezeichnet (Epheser 6,17) Hier ist vielmehr die Rede vom Antichristen. Die weiße Farbe des Pferdes ist eine Täuschung. Der Teufel verkleidet sich gerne als Engel des Lichts (2. Korinther 11,14). Er imitiert Gott, da er gerne selbst Gott sein würde. (vgl. auch Der Newage Christus). Es wird beschrieben, dass dieser Reiter auszog um zu siegen. Tatsächlich wird der Antichrist die Gläubigen scheinbar besiegen (Daniel 7,21; Offenbarung 11,7 und 13,7). Doch er kann nur unseren Leib töten, nicht die Seele:


Matthäus 10,28: „Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen“


Offenbarung 2,10: „Fürchte dich nicht vor dem, was du leiden wirst! Siehe, der Teufel wird einige von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr geprüft werdet, und ihr werdet Bedrängnis haben zehn Tage. Sei treu bis zum Tod! Und ich werde dir den Siegeskranz des Lebens geben.“


Am Ende wird jedoch der Teufel besiegt sein und die Gläubigen werden ihre Siegeskränze erhalten.

Dies ist aber auch eine Warnung an uns alle, nicht auf falsche Propheten und Verführer hereinzufallen. Viele geben sich nach außen als weise aus und beeindrucken womöglich durch scheinbare (z.B. übersinnliche) Fähigkeiten. Sie kommen bildlich gesprochen auch auf weißen Pferden daher. Hier ist besonders an Esoterik, Lichtarbeit und Newage zu denken. Die Esoterik ist insgesamt ein großes Täuschungsmanöver, welches die Menschen auf falsche Wege führt und sie so betrügt und belügt.

Hierzu ja auch die Warnung Jesu in seiner Endzeitrede in Mt. 24 (siehe oben):

„Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Seht zu, dass euch niemand verführe!“ (Mt. 24,4)




Verse 3-4:

„Und als es das zweite Siegel öffnete, hörte ich das zweite lebendige Wesen sagen: Komm! 

4 Und es zog aus ein anderes, ein feuerrotes Pferd; und dem, der darauf saß, ihm wurde gegeben, den Frieden von der Erde zu nehmen und die Menschen dahin zu bringen, dass sie einander schlachteten; und ihm wurde ein großes Schwert gegeben.“


Das zweite Siegel wird geöffnet.

„den Frieden von der Erde zu nehmen“: Es wird eine Zeit des Friedens sein, wenn Jesus wiederkehrt. Der Antichrist wird die Welt scheinbar befrieden. Aus Daniel 9,27 wissen wir auch, dass er ein Bündnis schließen wird. Diese Phase des äußerlichen Friedens wird auch im Neuen Testament bestätigt:


1 Thessalonicher 5,3:

„Wenn sie sagen: Friede und Sicherheit!, dann kommt ein plötzliches Verderben über sie, wie die Geburtswehen über die Schwangere; und sie werden nicht entfliehen.“


Lukas 17,26-20:

„Und wie es in den Tagen Noahs geschah, so wird es auch sein in den Tagen des Sohnes des Menschen: 

27 Sie aßen, sie tranken, sie heirateten, sie wurden verheiratet bis zu dem Tag, da Noah in die Arche ging und die Flut kam und alle umbrachte. 

28 Ebenso auch, wie es geschah in den Tagen Lots: Sie aßen, sie tranken, sie kauften, sie verkauften, sie pflanzten, sie bauten; 

29 an dem Tag aber, da Lot von Sodom hinausging, regnete es Feuer und Schwefel vom Himmel und brachte alle um. 

30 Ebenso wird es an dem Tag sein, da der Sohn des Menschen offenbart wird.“


Das zweite Kommen Jesu wird also von vielen nicht erwartet werden. Die meisten werden Gott schon längst abgeschrieben haben, er kommt in ihren Planungen und Gedanken nicht mehr vor. Sie haben die Tür ihres Herzen vor dem Sohn Gottes verschlossen. Und so wird der Tag des Kommens Jesu über sie kommen wie ein Dieb in der Nacht. Noch können wir dafür sorgen, dass uns dieser Tag nicht unvorbereitet ereilt. Die Gelegenheit Ja zu Jesus zu sagen besteht nach wie vor. Noch ist es nicht zu spät dafür, es sollte jedoch nicht auf die lange Bank geschoben werden.


Der Friede des Antichristen ist nicht von langer Dauer. Das Bündnis hält nicht, es wird gebrochen und der Antichrist lässt seine Maske fallen und es kommt zu Krieg. Das zweite Pferd ist feuerrot. Im griechischen Urtext steht hier das Wort pyr = Feuer.

Man denkt hier auch an Jesaja 48,22  „Kein Friede den Gottlosen, spricht der HERR.“

Auch hier finden wir wieder die Parallele zur Endzeitrede Jesu: Matthäus 24,6.


Verse 5-6:

„Und als es das dritte Siegel öffnete, hörte ich das dritte lebendige Wesen sagen: Komm! Und ich sah: Und siehe, ein schwarzes Pferd, und der darauf saß, hatte eine Waage in seiner Hand. 6 Und ich hörte etwas wie eine Stimme inmitten der vier lebendigen Wesen, die sagte: Ein Maß Weizen für einen Denar und drei Maß Gerste für einen Denar! Und dem Öl und dem Wein füge keinen Schaden zu!“


Das dritte Siegel wird geöffnet.

Dieses schwarze Pferd symbolisiert den Hunger. Und Hunger ist eine Folge des Krieges. Wer noch Erinnerungen an die Weltkriege hat, weiß, dass stets auch große Hungersnöte den Krieg und die Nachkriegszeit begleiteten. Das schwarze Pferd erinnert auch an die Pest, die ja auch als „schwarzer Tod“ bezeichnet wird.

Der Reiter hat eine Waage in der Hand. Das zeigt, dass alles sehr genau abgemessen sein muss, vor allem ist hier an Rationierung von Lebensmitteln zu denken. Dies wird durch Vers 6 verdeutlicht. Die dort genannten Preise für Weizen und Gerste sind sehr hoch. Für einen Denar (Vergleichswert ca. 10 Euro) bekommt man hier 1 Maß Weizen. Normalerweise erhielt man für einen Denar etwa die zwölffache Menge. Es ist also von einer starken Verknappung an Lebensmitteln auszugehen.


„Und dem Öl und dem Wein füge keinen Schaden zu!“: Dies könnte bedeuten, dass Luxusartikel (z.B. Ölbäder) dennoch den sehr reichen Menschen auch in diesen schweren Zeiten weiterhin zur Verfügung stehen und so die Kluft zwischen arm und reich noch größer wird. Es ist hier aber auch eine geistlich-symbolische Deutung möglich. Öl ist auch ein Bild für den Geist Gottes, Wein ist ein Bild für das Blut des Herrn Jesus Christus. Beim Abendmahl wird ebenfalls Wein verwendet um des vergossenen Blutes zu gedenken. Öl und Wein sollen also nicht angetastet werden, auch in den schweren Zeiten soll weiter des Herrn gedacht werden. Siehe auch Matthäus 4,4: »Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht.«



Verse 7-8:

„Und als es das vierte Siegel öffnete, hörte ich die Stimme des vierten lebendigen Wesens sagen: Komm! 

8 Und ich sah: Und siehe, ein fahles Pferd, und der darauf saß, dessen Name ist »Tod«; und der Hades folgte ihm. Und ihnen wurde Macht gegeben über den vierten Teil der Erde, zu töten mit dem Schwert und mit Hunger und mit Tod und durch die wilden Tiere der Erde.“


Das vierte Siegel wird geöffnet.

Wofür dieses Pferd steht, sagt der Text deutlich aus. Es treten hier die klassischen Plagen auf, die auch schon im Alten Testament als die vier klassischen Gerichtsplagen Gottes vorkommen:

Hesekiel 14,21: „Denn so spricht der Herr, HERR: Ja, wenn ich nun meine vier bösen Gerichte, Schwert und Hunger und böse Tiere und die Pest, gegen Jerusalem entsende, um aus ihm Menschen und Vieh auszurotten!“


In Vers 22 zeigt Gott inmitten des Gerichts seine Gnade, indem er einen Überrest verschont:


„Doch siehe, Entkommene werden darin übrig bleiben, die herausgeführt werden, Söhne und Töchter. Siehe, sie werden zu euch hinausziehen, und ihr werdet ihren Weg und ihre Taten sehen; und ihr werdet euch trösten über das Unheil, das ich über Jerusalem habe kommen lassen, alles, was ich über es habe kommen lassen.“


Auch in Offb. 6,8 trifft es im Gericht nicht die ganze Erde, sondern ein Viertel. Da fast die ganze Menschheit nichts mehr von Gott wissen will, zeigt sich auch hier, inmitten des Gerichts, der Aufruf Gottes an die Übriggebliebenen, sich das Geschehen zu Herzen zu nehmen und zu ihm umzukehren.


Verse 9-10


„Und als es das fünfte Siegel öffnete, sah ich unter dem Altar die Seelen derer, die geschlachtet worden waren um des Wortes Gottes und um des Zeugnisses willen, das sie hatten. 

10 Und sie riefen mit lauter Stimme und sprachen: Bis wann, heiliger und wahrhaftiger Herrscher, richtest und rächst du nicht unser Blut an denen, die auf der Erde wohnen?“



Das fünfte Siegel wird geöffnet.


Hier erleben wir nun einen Wechsel. Denn der Blickwinkel geht von der Erde zum Himmel. Der Altar befindet sich vor dem Thron Gottes, wie wir aus Offb. 8,3 erfahren.

In Vers 9 werden die Märtyrer angesprochen, die um dem Herrn willen getötet wurden. Christen wurden schon immer verfolgt und getötet, auch heute ist dies nicht anders, wenn auch weniger in hiesigen Gefilden. Aber es gibt Länder, in denen auch heute noch Christen um ihres Glaubens willen verfolgt werden. Und gerade zu Zeiten der antichristlichen Herrschaft werden Christen in allen Ländern und Nationen verfolgt und getötet werden, wie es in Offenbarung 13,7 schon angesprochen wird:


„Und es wurde ihm gegeben, mit den Heiligen Krieg zu führen und sie zu überwinden; und es wurde ihm Macht gegeben über jeden Stamm und jedes Volk und jede Sprache und jede Nation.“


Das Blut der Märtyrer schreit zu Gott, so wie auch schon das Blut von Abel zu Gott schrie:

„Und er sprach: Was hast du getan! Horch! Das Blut deines Bruders schreit zu mir vom Ackerboden her.“ (1 Mose 4,10)


Die Seele liegt im Blut, wie schon bei Mose zu lesen:

3.Mose 17,11:

„Denn die Seele des Fleisches ist im Blut“


Neben anderen Versen zeigt Vers 10 auch, dass die Zeit nach dem Tode bewusst erlebt wird. Die Märtyrer könnten sonst nicht zu Gott schreien. Es wird also nach dem Tode keinen Zustand der Bewusstlosigkeit oder des tiefen Schlafes geben, sondern eine Wartezeit, die bewusst erlebt wird.



Vers 11:

„Und es wurde ihnen einem jeden ein weißes Gewand gegeben; und es wurde ihnen gesagt, dass sie noch eine kurze Zeit abwarten sollten, bis auch ihre Mitknechte und ihre Brüder vollendet seien, die ebenso wie sie getötet werden sollten.“


Sie bekommen ein weißes Gewand, alles Unreine wird von ihnen abgewischt, denn auch sie sind nicht perfekt und müssen von Gott gereinigt werden. Sie werden überkleidet mit der Gerechtigkeit Jesu. Ihnen wird schließlich gesagt, dass sie noch warten sollen. Auch nach dem Tod läuft die Zeit noch weiter, bis hin zum jüngsten Tag. Auch der Tod eines Gläubigen ist keine Zeitmaschine, die ihn sofort in die neue Welt Gottes teleportiert. Zuvor müssen die Dinge in der vergehenden Welt noch ihrem zeitlichen Ende entgegen gehen. Jedoch dürfen wir schon aus der Begebenheit mit dem reichen Mann und dem armen Lazarus (Lukas 16) wissen, dass die in Jesus Entschlafenen schon in seiner Obhut sind. Auch der Schächer am Kreuz neben Jesus durfte erfahren, dass er noch am selben Tage mit Jesus im Paradiese sein würde (Lukas 23,43). Das Paradies ist jedoch noch nicht die neue Welt Gottes.


Zudem werden weitere Märtyrer getötet werden, wie es auch in Vers 11 heisst. Wir befinden uns hier immer noch am Anfang der Wehen (Mt. 24,8). Es ist das fünfte Siegel, noch nicht die siebte Zornschale.


Verse 12-17:

12 Und ich sah, als es das sechste Siegel öffnete: Und es geschah ein großes Erdbeben; und die Sonne wurde schwarz wie ein härener Sack, und der ganze Mond wurde wie Blut, 

13 und die Sterne des Himmels fielen auf die Erde, wie ein Feigenbaum, geschüttelt von einem starken Wind, seine Feigen abwirft. 

14 Und der Himmel schwand dahin wie ein Buch, das zusammengerollt wird, und jeder Berg und jede Insel wurden von ihren Stellen gerückt. 

15 Und die Könige der Erde und die Großen und die Obersten und die Reichen und die Mächtigen und jeder Sklave und Freie verbargen sich in die Höhlen und in die Felsen der Berge; 

16 und sie sagen zu den Bergen und zu den Felsen: Fallt auf uns und verbergt uns vor dem Angesicht dessen, der auf dem Thron sitzt, und vor dem Zorn des Lammes! 

17 Denn gekommen ist der große Tag ihres Zorns. Und wer vermag zu bestehen?


Das sechste Siegel wird geöffnet.

Es wird ein schweres Erdbeben geschildert. Hinzu kommen Phänomene kosmischen Ausmaßes. Manche sprechen auch von „Schöpfung rückwärts“, Gott nimmt seine Schöpfung zurück, um schließlich die neue Erde und das neue Jerusalem entstehen zu lassen.

(„Der Himmel und die Erde werden vergehen, meine Worte aber werden nicht vergehen.“, Markus 13,31)


Die kosmischen Umwälzungen werden auch an anderen Stellen beschrieben:


„Es wird aber der Tag des Herrn kommen wie ein Dieb; an ihm werden die Himmel mit gewaltigem Geräusch vergehen, die Elemente aber werden im Brand aufgelöst und die Erde und die Werke auf ihr im Gericht erfunden werden“ (2 Petrus 3, 10)


„Aber gleich nach der Bedrängnis jener Tage wird die Sonne verfinstert werden und der Mond seinen Schein nicht geben, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden erschüttert werden.“ (Mt. 24,29)


Erdbeben werden auch in Mt. 24,7 als Zeichen des nahenden Endes geschildert (siehe auch Zeichen in der Natur). Erdbeben können auch Vulkanausbrüche zur Folge haben, so dass dies eine Erklärung für den „Mond wie Blut“ in Vers 12 sein könnte (ausgespuckte Lava in der Luft). Auch die schwarze Sonne kann auf diese Weise erklärt werden (herabregnende Asche). Mit den Sternen am Himmel, die auf die Erde fallen, könnte ein Meteoritenhagel gemeint sein. Auch eine Nuklearkatastrophe ist sicherlich nicht ganz auszuschließen. Wir müssen grundsätzlich bedenken, dass die Ereignisse hier aus der Sicht von Johannes geschildert werden, der ja noch keine Dinge wie Panzer, Bomben oder Raketen kannte und daher auch nicht mit diesen Bezeichnungen arbeiten konnte. Stattdessen verwendet er das seinerzeit gebräuchliche Vokabular und umschreibt mit Bildern Dinge, die er zu der Zeit noch nicht verstehen und beim Namen nennen konnte.


Folge dieser Katastrophe wird sein, dass alle Menschen, Könige und einfache Menschen, egal ob reich oder arm, sich in Höhlen und Felsen flüchten müssen. Dort suchen sie auch Schutz vor Gott, vor dem sie sich verbergen möchten. Ihnen ist klar, dass sie ihm gegenüber nicht bestehen können.

Doch die an Jesus Glaubenden dürfen sich freuen über die Wiederkunft Jesu, bedeutet sie doch Sieg und Erlösung. Fragen wir also, ob wir zu denen gehören, die sich vor Gott fürchten müssen, oder zu denen, die zu Lebzeiten das Versöhnungsangebot durch Jesus Christus angenommen haben.

 

Freitag, 31. Dezember 2010

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