2012
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Offenbarung - Teil 8

 

Offenbarung an Johannes


Kapitel 9, Teil 2



Offenbarung 9,13-22


Die sechste Posaune



13 Und der sechste Engel posaunte: Und ich hörte eine Stimme aus den vier Hörnern des goldenen Altars, der vor Gott ist, 

14 zu dem sechsten Engel, der die Posaune hatte, sagen: Löse die vier Engel, die an dem großen Strom Euphrat gebunden sind. 

15 Und die vier Engel wurden losgebunden, die auf Stunde und Tag und Monat und Jahr gerüstet waren, den dritten Teil der Menschen zu töten. 

16 Und die Zahl der Truppen zu Pferde war zweimal zehntausend mal zehntausend; ich hörte ihre Zahl. 

17 Und so sah ich im Gesicht die Rosse und die, welche auf ihnen saßen: Sie hatten feurige und hyazinthfarbene und schwefelgelbe Panzer; und die Köpfe der Rosse waren wie Löwenköpfe, und aus ihren Mäulern geht Feuer und Rauch und Schwefel hervor. 

18 Von diesen drei Plagen wurde der dritte Teil der Menschen getötet, von dem Feuer und dem Rauch und dem Schwefel, die aus ihren Mäulern hervorkamen. 

19 Denn die Macht der Rosse ist in ihrem Maul und in ihren Schwänzen; denn ihre Schwänze sind gleich Schlangen und haben Köpfe, und mit ihnen fügen sie Schaden zu. 

20 Und die Übrigen der Menschen, die durch diese Plagen nicht getötet wurden, taten auch nicht Buße von den Werken ihrer Hände, nicht mehr anzubeten die Dämonen und die goldenen und die silbernen und die bronzenen und die steinernen und die hölzernen Götzenbilder, die weder sehen noch hören noch wandeln können. 

21 Und sie taten nicht Buße von ihren Mordtaten noch von ihren Zaubereien noch von ihrer Unzucht noch von ihren Diebstählen.



Dieses erschütternde Gericht, die sechste Posaune, beschreibt offensichtlich einem dritten Weltkrieg. Dies ist das zweite „Wehe“, welches der Adler ausgerufen hat (siehe Offenbarung 8, 13). Die fünfte bis siebte Posaune ist verbunden mit diesem dreifachen Wehe-Ruf. Bei den ersten vier Posaunen war die Schöpfung betroffen. Die letzten drei Posaunen betreffen nun die Menschen selbst. Bei der fünften Posaune waren es dämonische Mächte in Gestalt von Heuschrecken mit Skorpionstacheln, die die Menschen fünf Monate lang quälten (siehe Teil 7). Nun, bei der sechsten Posaune, wird ein Drittel der Menschheit getötet. Gott gibt also den Überlebenden weiter Gelegenheit zur Buße.


Verse 13-15:

13 Und der sechste Engel posaunte: Und ich hörte eine Stimme aus den vier Hörnern des goldenen Altars, der vor Gott ist, 

14 zu dem sechsten Engel, der die Posaune hatte, sagen: Löse die vier Engel, die an dem großen Strom Euphrat gebunden sind. 

15 Und die vier Engel wurden losgebunden, die auf Stunde und Tag und Monat und Jahr gerüstet waren, den dritten Teil der Menschen zu töten.



Der goldene Altar befindet sich im Himmel am Thron Gottes. Die Verbindung zwischen Himmel und Erde wird hier wieder deutlich. Was im Himmel veranlasst wird, hat direkte Auswirkungen auf die Erde. Der Altar hat vier Hörner, diese waren zur Zeit des Alten Testamentes mit dem Opferblut bestrichen, dadurch wurde Sühnung erbeten durch die Gebete, die in Form des Rauchopfers zu Gott aufstiegen. Auch schon in Kapitel 5,8 werden die Gebete der Heiligen als Räucherwerk beschrieben, welches zu Gott dringt (siehe Teil 3). Und in Kapitel 6, 9-11, beim fünften Siegel, befinden sich die Märtyrer unter dem Altar (siehe Teil 4). Und an diesem Altar beginnt nun das Gericht. Aus den vier Hörnern des goldenen Altars hört Johannes die Stimme, die das Gericht auslöst. Diese vier Hörner stehen auch für die vier Himmelsrichtungen. Auch sind es vier Engel, die gelöst werden. Die Zahl vier drückt eine Totalität aus. Die vier Himmelsrichtungen bezeichnen immer die ganze Erde. Das Gericht der sechsten Posaune betrifft die ganze Erde.


Der sechste Engel ist ein Gerichtsengel Gottes. Er löst die vier gebundenen Engel. Die Engel, die Gott die Treue gehalten haben, sind nie gebunden. Gebunden ist Satan, wie in Offenbarung 20 verdeutlicht wird. Und an dieser Stelle sind auch gebundene Engel, also Dämonen gemeint. Auch sie müssen Gottes Willen gehorchen. Ihr Einsatz erfolgt erst, wenn der von Gott festgelegte Zeitpunkt gekommen ist. Das ist immer auch ein Trost für die Gläubigen, dass auch die feindlichen Mächte Gott unterworfen sind und von ihm ihre Schranken erfahren. Sie können immer nur soweit gehen, wie Gott es zulässt um sein Gericht auszuführen.


In Vers 14 wird der Strom Euphrat genannt, also eine irdische Stätte. Der Euphrat kommt in Offenbarung 16 nochmals vor. Dort, bei der sechsten Zornschale, steht der Euphrat in Zusammenhang mit der Schlacht von Harmagedon, die sich hauptsächlich gegen Israel richten wird.


Der Euphrat kommt schon in der Schöpfungsgeschichte vor.

1Mose 2, 10-14:


10 Und ein Strom geht von Eden aus, den Garten zu bewässern; und von dort aus teilt er sich und wird zu vier Armen. 

11 Der Name des ersten ist Pischon; der fließt um das ganze Land Hawila, wo das Gold ist; 

12 und das Gold dieses Landes ist gut; dort gibt es Bedolach-Harz und den Schoham-Stein. 

13 Und der Name des zweiten Flusses ist Gihon; der fließt um das ganze Land Kusch. 

14 Und der Name des dritten Flusses ist Hiddekel (Tigris); der fließt gegenüber von Assur. Und der vierte Fluss, das ist der Euphrat.


Im Garten Eden lebten die ersten Menschen und dort geschah auch der Sündenfall. Östlich des Euphrats lebt ein Großteil der Menschheit, z.B. in China. Und natürlich liegt dort auch der Irak, das frühere Babylon.


Die vier dämonischen Engel werden losgelassen, auf die Stunde genau zum festgesetzten Zeitpunkt. Die Versiegelung der 144.000 hat zu diesem Zeitpunkt bereits stattgefunden und die große Schar der Gläubigen, die vor dem Thron Gottes stehen wird, ist bereitet.



Verse 16-19:

16 Und die Zahl der Truppen zu Pferde war zweimal zehntausend mal zehntausend; ich hörte ihre Zahl.

17 Und so sah ich im Gesicht die Rosse und die, welche auf ihnen saßen: Sie hatten feurige und hyazinthfarbene und schwefelgelbe Panzer; und die Köpfe der Rosse waren wie Löwenköpfe, und aus ihren Mäulern geht Feuer und Rauch und Schwefel hervor. 

18 Von diesen drei Plagen wurde der dritte Teil der Menschen getötet, von dem Feuer und dem Rauch und dem Schwefel, die aus ihren Mäulern hervorkamen. 

19 Denn die Macht der Rosse ist in ihrem Maul und in ihren Schwänzen; denn ihre Schwänze sind gleich Schlangen und haben Köpfe, und mit ihnen fügen sie Schaden zu. 



Zehntausend war zu damaliger Zeit die Zählgrenze. Weiter hat man nicht gezählt. Und diese Zählgrenze wird mit sich selber multipliziert und dann nochmals verdoppelt. Das bedeutet, dass es sich um ein riesiges Reiterheer handelt. Johannes hört ihre Zahl. Auch in Offenbarung 13 wird mit 666 die Zahl des Tieres genannt. Möglicherweise ist die Zahl in Offb. 9,16 wörtlich zu nehmen. 10.000x10.000x2 ergibt 200 Millionen, also eine Zahl an Kriegern, die leicht von Ländern wie z.B. China oder Russland aufgebracht werden könnte.


Ein Drittel der Menschheit, nach heutigem Stand deutlich über 2 Milliarden Menschen, fällt diesem Krieg zum Opfer. Aber Gott setzt auch hier eine Grenze, damit die anderen zwei Drittel immer noch eine Chance zur Umkehr bekommen. Trotz des gottlosen Handelns, welches überhand nimmt, schenkt Gott inmitten des Gerichts auch Gnadenzeit.


Während es sich bei der fünften Posaune um ein Dämonenheer in Gestalt von Heuschrecken handelte, so handelt es sich bei der sechsten Posaune wohl um ein wirkliches Heer aus Menschen und Kriegsgerät. Denn es werden Feuerrauch und Schwefel beschrieben, typische Kennzeichen von Waffeneinsätzen, z.B. von Panzern. Die Kraft, die in den Schwänzen lag, erinnert an Panzerrohre. Johannes kannte zu seiner Zeit solche Waffensysteme noch nicht und beschreibt seine Schau in damals üblichen Begriffen und Bildern. So ist es gut möglich, dass Johannes in Ermangelung irgendeines besseren Vergleiches für Panzer den Begriff „Rosse“ verwendet (Verse 17ff.). Auch die Lokomotive wurde in ihrer Anfangszeit als „Stahlross“ bezeichnet. Johannes sieht die üblichen Tarnfarben: kupferrot, ockergelb und schwarz/blau. Er sieht die schweren Geschützrohre, lang und schlank aus dem Panzerturm ragen und er erkennt an deren Ende die kopfförmig verdickte Rohrrückstoßbremse, wie sie viele Panzertypen besitzen. Er vergleicht die Geschütze mit Schlangen. Ihre Kraft war in den „Mäulern“, wie man es von Panzern oder Kanonen tatsächlich sagen kann.



Verse 20-21:

Und die Übrigen der Menschen, die durch diese Plagen nicht getötet wurden, taten auch nicht Buße von den Werken ihrer Hände, nicht mehr anzubeten die Dämonen und die goldenen und die silbernen und die bronzenen und die steinernen und die hölzernen Götzenbilder, die weder sehen noch hören noch wandeln können. 

21 Und sie taten nicht Buße von ihren Mordtaten noch von ihren Zaubereien noch von ihrer Unzucht noch von ihren Diebstählen.


Die übrigen Menschen nehmen die Chance zur Umkehr nicht an. Sie tun nicht Buße und kehren trotz der schrecklichen Ereignisse nicht zu Gott um. Hier kann nur eine endzeitliche, dämonische Verblendung dafür verantwortlich sein, dass die Menschen das Gnadenangebot Gottes derart ausschlagen.


Gott nennt konkrete Beispiele für die Sünden die er besonders verabscheut, im Wesentlichen sind diese Beispiele an den zehn Geboten orientiert. Als erstes wird die Verehrung von Dämonen genannt. Das widerspricht dem ersten Gebot „Du sollst keine anderen Götter haben neben mir“. Weiter werden die Götzenbildnisse aus verschiedenen Materialien genannt. Das ist ein Widerspruch zum zweiten Gebot:

„Du sollst dir kein Götterbild machen, auch keinerlei Abbild dessen, was oben im Himmel oder was unten auf der Erde oder was im Wasser unter der Erde ist. 

5 Du sollst dich vor ihnen nicht niederwerfen und ihnen nicht dienen. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern, an der dritten und vierten Generation von denen, die mich hassen, 

6 der aber Gnade erweist an Tausenden von Generationen von denen, die mich lieben und meine Gebote halten.“ (2 Mose 20, 4-6)


Gott möchte keinen Bilderkult und keinen Ikonenkult, keine Darstellung Gottes in irgendeiner Form. Doch die Menschen haben heute schon ihre Götzenstatuen, man denke an die goldenen Buddhastatuen, die es in vielen buddhistischen Tempeln gibt oder an die Götzenbildnisse aus dem Hinduismus.


In Vers 21 werden vier weitere Sünden aufgezählt: Mord, Zauberei, Unzucht und Dieberei. Mord ist die Übertretung des sechsten Gebotes, nach biblischer Zählung, „Du sollst nicht töten“.

Zauberei ist in der Gesellschaft auch immer mehr auf dem Vormarsch. Okkulte Praktiken (Mandala-Malen, Meditation uvm.) werden heute bereits in Kindergärten und Schulen praktiziert. Durch diese Dinge werden schon Kinder in die Welt Satans eingeführt. Im fünften Buch Mose verbietet Gott auch solche Praktiken ganz entschieden:


„Es soll unter dir niemand gefunden werden, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen lässt, keiner, der Wahrsagerei treibt, kein Zauberer oder Beschwörer oder Magier 

11 oder Bannsprecher oder Totenbeschwörer oder Wahrsager oder der die Toten befragt. 

12 Denn ein Gräuel für den HERRN ist jeder, der diese Dinge tut. Und um dieser Gräuel willen treibt der HERR, dein Gott, sie vor dir aus.“ (5 Mose 18,9-12)


Die Unzucht greift auch immer mehr um sich. Pornografie, Prostitution und entartete Sexualität sind Gott zuwider und doch tun die Menschen dies gerade in der Endzeit in immer stärkerem Ausmaß. Hier ist das siebte Gebot betroffen „Du sollst nicht die Ehe brechen“.


Die Dieberei verstößt gegen das achte Gebot. Und von keinem dieser Dinge werden die Menschen in der Endzeit umkehren, selbst nicht nach schwerstem Gericht.

Auch wir fragen uns: Haben wir ein bußfertiges Herz? Stellen wir neben Gott noch andere Mächte? Oder sogar über ihn? Hassen wir Menschen in Gedanken? Darüber dürfen wir Buße tun und unsere Schuld bereuen. Möge der Herr uns gnädig sein.

 

Samstag, 29. Januar 2011

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