2012
Neues-Zeitalter.de
Das Neue Zeitalter
 
 
 

Offenbarung - Teil 6

 

Offenbarung an Johannes


Kapitel 8



Offenbarung 8


Das siebte Siegel und die ersten vier Posaunen


Und als es das siebente Siegel öffnete, entstand ein Schweigen im Himmel, etwa eine halbe Stunde. 

2 Und ich sah die sieben Engel, die vor Gott stehen; und es wurden ihnen sieben Posaunen gegeben. 

3 Und ein anderer Engel kam und stellte sich an den Altar, und er hatte ein goldenes Räucherfass; und es wurde ihm viel Räucherwerk gegeben, damit er es für die Gebete aller Heiligen auf den goldenen Altar gebe, der vor dem Thron ist. 

4 Und der Rauch des Räucherwerks stieg mit den Gebeten der Heiligen auf aus der Hand des Engels vor Gott. 

5 Und der Engel nahm das Räucherfass und füllte es von dem Feuer des Altars und warf es auf die Erde; und es geschahen Donner und Stimmen und Blitze und ein Erdbeben.

6 Und die sieben Engel, welche die sieben Posaunen hatten, machten sich bereit, um zu posaunen.

7 Und der erste posaunte: und es kam Hagel und Feuer, mit Blut vermischt, und wurde auf die Erde geworfen. Und der dritte Teil der Erde verbrannte, und der dritte Teil der Bäume verbrannte, und alles grüne Gras verbrannte.

8 Und der zweite Engel posaunte: Und etwas wie ein großer feuerflammender Berg wurde ins Meer geworfen; und der dritte Teil des Meeres wurde zu Blut. 

9 Und es starb der dritte Teil der Geschöpfe im Meer, die Leben hatten, und der dritte Teil der Schiffe wurde zerstört.

10 Und der dritte Engel posaunte: Und es fiel vom Himmel ein großer Stern, brennend wie eine Fackel, und er fiel auf den dritten Teil der Ströme und auf die Wasserquellen. 

11 Und der Name des Sternes heißt »Wermut«; und der dritte Teil der Wasser wurde zu Wermut, und viele der Menschen starben von den Wassern, weil sie bitter gemacht waren.

12 Und der vierte Engel posaunte: Und es wurde geschlagen der dritte Teil der Sonne und der dritte Teil des Mondes und der dritte Teil der Sterne, so dass der dritte Teil von ihnen verfinstert wurde und der Tag seinen dritten Teil kein Licht hatte und ebenso die Nacht.

13 Und ich sah: Und ich hörte einen Adler hoch oben am Himmel fliegen und mit lauter Stimme sagen: Wehe, wehe, wehe denen, die auf der Erde wohnen, wegen der übrigen Stimmen der Posaune der drei Engel, die posaunen werden!



Das Lamm öffnet das siebte Siegel.

Aus den sieben Siegeln gehen die sieben Posaunen hervor. Es handelt sich um eine Abfolge von Gerichten. Die Siegelgerichte münden in die Posaunengerichte und diese wiederum in die Zornschalengerichte (s. Kap. 16). Das siebte und letzte Siegel mündet in den Beginn der Posaunengerichte (Verse 1-2). Ein unmittelbarer Zusammenhang ist gegeben.


Bei den Siegeln gab es bereits schwere Gerichte. Doch bei den Posaunen werden diese nochmals schwerer. Das Gericht spitzt sich zu. Wir sehen hier eine Steigerung, die sich bei den Zornschalengerichten weiter fortsetzen wird.


Vor den Posaunengerichten entsteht im Himmel jedoch ein Schweigen, eine Stille, etwa eine halbe Stunde lang. Dies kann als eine „Ruhe vor dem Sturm“ gesehen werden, eine letzte Gnadenzeit, eine Gelegenheit zur Umkehr. Vielleicht drückt sich hier auch Gottes Trauer darüber aus, dass seine Schöpfung diesen unvermeidlichen Gerichten unterzogen werden muss. Gott hat sicher keine Freude am Gericht. Doch durch die immer größer werdende Gottlosigkeit, durch die sich immer weiter auftürmende Sünde bleibt ihm keine Wahl. Das Ausmaß der Sünde ist mit seinem heiligen Wesen nicht vereinbar. Schon als alle Sünde auf Jesus lag, in der Stunde am Kreuz, wandte sich Gott von seinem Sohn ab, so dass dieser ausrief: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ (Mt. 27,46). Gott verließ nie seinen geliebten Sohn, aber von dem Übermaß an Sünde wendet Gott sich ab.


Eine weitere Deutungsmöglichkeit liegt darin, dass das Schweigen Gottes Kennzeichen dieser Rücknahme seiner Schöpfung ist. Gott erschuf durch sein Wort und er trägt sie auch durch sein Wort:

„Er, der Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und Abdruck seines Wesens ist und alle Dinge durch das Wort seiner Macht trägt, hat sich, nachdem er die Reinigung von den Sünden bewirkt hat, zur Rechten der Majestät in der Höhe gesetzt“ (Hebräer 1,3)


Die Ordnung der Schöpfung fällt wieder in das Chaos zurück, aus dem Gottes Wort sie hervorrief. Auch so könnte man diese halbe Stunde des Schweigens interpretieren.



Vers 2:

„Und ich sah die sieben Engel, die vor Gott stehen; und es wurden ihnen sieben Posaunen gegeben.“


Im griechischen steht für Posaune das Wort salpinx. Es handelt sich um ein Signalinstrument. Es ist hier das Signal zum Gericht.

Auch aus dem Alten Testament ist das Erscheinen Gottes, begleitet durch ein Signalhorn, bekannt, wie hier bei der Begegnung am Berg Sinai:

„Und es geschah am dritten Tag, als es Morgen wurde, da brachen Donner und Blitze los, und eine schwere Wolke lagerte auf dem Berg, und ein sehr starker Hörnerschall ertönte, so dass das ganze Volk, das im Lager war, bebte. … Und der Hörnerschall wurde immer stärker. Mose redete, und Gott antwortete ihm mit einer lauten Stimme.“ (2 Mose 19,16.19)


Auch die dann beschriebenen Gerichte besitzen eine Ähnlichkeit mit den Plagen aus den Alten Testament, bei der Befreiung des Volkes Gottes aus Ägypten.



Verse 3-5:

Und ein anderer Engel kam und stellte sich an den Altar, und er hatte ein goldenes Räucherfass; und es wurde ihm viel Räucherwerk gegeben, damit er es für die Gebete aller Heiligen auf den goldenen Altar gebe, der vor dem Thron ist. 

4 Und der Rauch des Räucherwerks stieg mit den Gebeten der Heiligen auf aus der Hand des Engels vor Gott. 

5 Und der Engel nahm das Räucherfass und füllte es von dem Feuer des Altars und warf es auf die Erde; und es geschahen Donner und Stimmen und Blitze und ein Erdbeben.“


Ein anderer Engel erscheint.  Er bringt die Gebete der Gläubigen auf dem goldenen Altar dar. Von diesen Gebeten war ja bereits in Offenbarung 5,8ff die Rede (siehe Teil 3). Es ist hier von einem geistlichen Altar die Rede. Die Gebete der Heiligen kommen zu Gott. Mit „Heiligen“ sind nicht spezielle Menschen aus der Kirchengeschichte gemeint, sondern hier ist die Rede von allen gläubigen, wiedergeborenen Christen.

Anschließend wirft der Engel das Räucherfass auf die Erde. Himmel und Erde sind eng miteinander verbunden. Was im Himmel besiegelt wird, entfaltet sich auf Erden. Das Hinabwerfen des Räucherfasses löst die erste Posaune aus.


Die erste Posaune

Vers 7:

„Und der erste posaunte: und es kam Hagel und Feuer, mit Blut vermischt, und wurde auf die Erde geworfen. Und der dritte Teil der Erde verbrannte, und der dritte Teil der Bäume verbrannte, und alles grüne Gras verbrannte.“


Hier werden wir erinnert an das Märtyrerblut aus Kapitel 6,10 und an das Feuer aus dem Räucheraltar. Hagel ist auch bekannt als die siebte Plage der Ägypter (2 Mose 9,13ff.).

Hagel, Feuer und Blut werden auf die Erde geworfen. Ein Bild für ein drastisches Gericht.

Ein drittel der Erde verbrannte, sowie ein drittel der Bäume und alles grüne Gras.

Was kann das konkret bedeuten? Vorstellbar sind z.B. Vulkanausbrüche. Ausgespucktes Feuer fällt wie Hagel auf die Erde.


Eine weitere Deutungsmöglichkeit:

Der Autor Bernhard Philberth verfasste bereits in den 1960er Jahren das Buch „Christliche Prophetie und Nuklearenergie“. Darin befasst er sich auch mit der Offenbarung. Er zeigt, dass sie geradezu ein Protokoll und fast exakte Beschreibung eines Nuklearkrieges mit allen daraus folgenden Konsequenzen beschreibt. Demnach würde sich die Menschheit selbst durch die Entfesselung eines Nuklearkrieges auslöschen oder zumindest stark dezimieren. Das Verbrennen des Grases erklärt er z.B. durch vom Gras aufgenommene Radioisotope, die ein inneres Verbrennen bewirken.


Die zweite Posaune

Verse 8-9:

„Und der zweite Engel posaunte: Und etwas wie ein großer feuerflammender Berg wurde ins Meer geworfen; und der dritte Teil des Meeres wurde zu Blut. Und es starb der dritte Teil der Geschöpfe im Meer, die Leben hatten, und der dritte Teil der Schiffe wurde zerstört.“


Wenn ein Berg ins Meer geworfen wird, so kann dies nur von oben geschehen. Es kann sich also hier um einen Himmelskörper, einen Meteoriten handeln, der in die Erdatmosphäre eintritt und eine Katastrophe auslöst. Die Wucht seines Aufpralles wird eine Flutwelle auslösen. Die Blutwerdung des Meeres kann durch Milliarden toter Mikroorganismen erklärt werden, die das Wasser vergiften. Dieses Phänomen ist auch bekannt als „rote Flut“. Aber möglich ist auch eine buchstäbliche Erfüllung, auch bei einer der ägyptischen Plagen verwandelte sich Wasser in Blut.


Die dritte Posaune

Verse 10-11:

„Und der dritte Engel posaunte: Und es fiel vom Himmel ein großer Stern, brennend wie eine Fackel, und er fiel auf den dritten Teil der Ströme und auf die Wasserquellen. 

11 Und der Name des Sternes heißt »Wermut«; und der dritte Teil der Wasser wurde zu Wermut, und viele der Menschen starben von den Wassern, weil sie bitter gemacht waren.“


War bei der zweiten Posaune das Meerwasser betroffen, so wird nun auch das Süßwasser der Flüsse erfasst. Süß wird zu bitter. Wermut ist eine bittere Substanz aus einer Wurzel. Das Wasser ist dadurch nicht mehr trinkbar. Wieder kommt ein Himmelskörper herab, brennend wie eine Fackel. Auch Meteoriten haben diesen feurigen Schweif, wenn sie in der Atmosphäre verglühen. Bekannt ist dieses Phänomen auch als Sternschnuppe.


Gott begrenzt das Gericht wiederum. Es ist noch nicht die ganze Schöpfung betroffen, sondern der dritte Teil. Hier zeigt sich Gottes Gnade inmitten des Gerichts. Es gibt die Gelegenheit, doch noch zu Gott umzukehren.


Die vierte Posaune

Verse 12-13:

„Und der vierte Engel posaunte: Und es wurde geschlagen der dritte Teil der Sonne und der dritte Teil des Mondes und der dritte Teil der Sterne, so dass der dritte Teil von ihnen verfinstert wurde und der Tag seinen dritten Teil kein Licht hatte und ebenso die Nacht.

13 Und ich sah: Und ich hörte einen Adler hoch oben am Himmel fliegen und mit lauter Stimme sagen: Wehe, wehe, wehe denen, die auf der Erde wohnen, wegen der übrigen Stimmen der Posaune der drei Engel, die posaunen werden!“


Hier erfolgt eine Reduktion des Lichtes um ein Drittel. Die neunte Plage der Ägypter war eine totale Finsternis. Hier belässt Gott es bei einer gewissen Verdunkelung.

Vorstellbar ist, dass diese Verdunklung nicht die Sterne selbst betrifft, sondern unsere Atmosphäre, die ja Licht durchlassen kann oder aber auch aufhalten kann. Auch die Verschmutzung der Atmosphäre kann hier mit verantwortlich sein.


Hierin steckt auch die Botschaft Gottes: Kehrt um, solange es noch Tag ist.


In Vers 13 erfolgt schließlich ein dreifaches Wehe. Drei Engel sind es noch, die in die Posaunen blasen werden. Dann geht es auch ausdrücklich um Gerichte über Menschen, während in den Gerichten zuvor in erster Linie die Schöpfung betroffen war. Diese Gerichte werden ab Kapitel 9 beschrieben.

 

Dienstag, 4. Januar 2011

weiter >

< zurück

 
 

Neues-Zeitalter.de © 2011

Impressum: Eckart Haase,info@neues-zeitalter.de,

Tel./Fax: 01803- 551828299