2012
Neues-Zeitalter.de
Das Neue Zeitalter
 
 
 

Offenbarung - Teil 9

 

Offenbarung an Johannes


Kapitel 10



Offenbarung 10


Die Vollendung des Geheimnisses Gottes


Und ich sah einen anderen starken Engel aus dem Himmel herabkommen, bekleidet mit einer Wolke, und der Regenbogen war auf seinem Haupt, und sein Angesicht war wie die Sonne, und seine Füße waren wie Feuersäulen; 

2 und er hatte in seiner Hand ein geöffnetes Büchlein. Und er stellte seinen rechten Fuß auf das Meer, den linken aber auf die Erde; 

3 und er rief mit lauter Stimme, wie ein Löwe brüllt. Und als er rief, ließen die sieben Donner ihre Stimmen vernehmen. 

4 Und als die sieben Donner redeten, wollte ich schreiben; und ich hörte eine Stimme aus dem Himmel sagen: Versiegle, was die sieben Donner geredet haben, und schreibe dies nicht!

5 Und der Engel, den ich auf dem Meer und auf der Erde stehen sah, erhob seine rechte Hand zum Himmel 

6 und schwor bei dem, der von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt, der den Himmel erschuf und das, was in ihm ist, und die Erde und das, was auf ihr ist, und das Meer und das, was in ihm ist: Es wird keine Frist mehr sein, 

7 sondern in den Tagen der Stimme des siebenten Engels, wenn er posaunen wird, wird auch das Geheimnis Gottes vollendet sein, wie er es seinen eigenen Knechten, den Propheten, als gute Botschaft verkündigt hat.

8 Und die Stimme, die ich aus dem Himmel hörte, redete wieder mit mir und sprach: Gehe hin, nimm das geöffnete Buch in der Hand des Engels, der auf dem Meer und auf der Erde steht! 

9 Und ich ging zu dem Engel und sagte ihm, er möge mir das Büchlein geben. Und er spricht zu mir: Nimm es und iss es auf! Und es wird deinen Bauch bitter machen, aber in deinem Mund wird es süß sein wie Honig. 

10 Und ich nahm das Büchlein aus der Hand des Engels und aß es auf; und es war in meinem Mund süß wie Honig, und als ich es gegessen hatte, wurde mein Bauch bitter gemacht. 

11 Und sie sagen mir: Du musst wieder weissagen über Völker und Nationen und Sprachen und viele Könige.


Hier erfolgt also ein Einschub zwischen der sechsten und der siebten Posaune. Es ist die Ouvertüre zum Finale, wie die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm.


In Vers 1 ist von einem „anderen Engel“ die Rede. Manche Ausleger dachten hier an Jesus Christus selbst, da es einige Parallelen zur Beschreibung Jesu in Offenbarung 1 gibt. Auch dort ist von einer Wolke die Rede. Zudem heisst es auch dort, dass sein Angesicht wie die Sonne war. Die laute Stimme ist ebenso eine Parallele. Hier, in Kapitel 10, ist allerdings ausdrücklich von einem Engel die Rede. Jesus Christus ist aber kein Engel, sondern der Sohn Gottes, der zum Vater gehört. Er ist nicht Geschöpf, sondern Schöpfer. Daher ist in diesem Vers tatsächlich ein Engel gemeint, der von Gott gesandt wurde, um das Folgende zu offenbaren. Es ist ein starker Engel aus der Nähe des Herrn, weswegen ihm Eigenschaften innewohnen, die den Herrn selbst kennzeichnen. Dieser Engel ist praktisch ein Sonderbeauftragter des Herrn. Zudem ist der Engel bekleidet mit einer Wolke. Die Wolke ist in der Bibel immer Zeichen der Gegenwart Gottes. Auch den Israelis ging bei ihrer Wüstenwanderung tagsüber eine Wolkensäule voraus. Auch an vielen anderen Stellen erscheint die Wolke (z.B. Daniel 7). Auch bei der Wiederkunft Jesu spielt die Wolke eine Rolle. Jesus Christus wird kommen auf den Wolken des Himmels:


„Und dann wird das Zeichen des Sohnes des Menschen am Himmel erscheinen; und dann werden wehklagen alle Stämme des Landes, und sie werden den Sohn des Menschen kommen sehen auf den Wolken des Himmels mit großer Macht und Herrlichkeit.“ (Matthäus 24,30)



Der Engel ist hier bekleidet mit einer Wolke, er kommt nicht auf einer Wolke. Das ist ein feiner, aber gewichtiger Unterschied.


Der Engel hat einen Regenbogen auf seinem Haupt. Der Regenbogen begegnet uns auch in Offenbarung 4,3. Er ist das Zeichen des Bundes Gottes mit den Menschen. Nach der Sintflut tritt dieser Regenbogen auf. Er zeigt an, dass Gott dieses Gericht der Sintflut nicht noch einmal über die Erde kommen lassen wird. Dass er nun wieder in Offenbarung 10 auftritt weist auf das finale Gericht hin, aber auch darauf, dass Gott einen neuen Himmel und eine neue Erde machen wird. Die Erde wird vergehen, wie damals bei der Sintflut, allerdings wird es nach 2. Petrus 3 dieses Mal eine Feuerflut und keine Wasserflut sein. Der Regenbogen sagt aus, dass Gott denen treu bleibt, die ihm treu geblieben sind, die das Siegel des lebendigen Gottes tragen und nicht das Malzeichen des Tieres angenommen haben.


Das Angesicht des Engels war wie die Sonne. Das erinnert auch an die Verklärung Jesu:

„Und nach sechs Tagen nimmt Jesus den Petrus und Jakobus und Johannes, seinen Bruder, mit und führt sie abseits auf einen hohen Berg. 

2 Und er wurde vor ihnen umgestaltet. Und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, seine Kleider aber wurden weiß wie das Licht“ (Matthäus 17,1-2)


Die Sonne ist das Zeichen dafür, dass in Gott nur Licht ist und keine Finsternis (s. 1. Johannes 1,5). Der Engel wird auch hierdurch als besonders beauftragter Engel Gottes gekennzeichnet.


Seine Füße waren wie Feuersäulen. Das erinnert zunächst an die Feuersäule mit der Gott seinem Volk in der Wüste nachts voranging. Gottes Gegenwart und Führung kommt dadurch zum Ausdruck, aber auch die Notwendigkeit des Gerichts über die unbußfertigen Menschen.


In seiner Hand hält der Engel ein geöffnetes Büchlein. Hier ist wohl das Buch mit den sieben Siegeln gemeint, welches der Herr Jesus dem Engel übergeben hat. Die sieben Siegel sind geöffnet, daher ist auch das Büchlein geöffnet. Dass es klein ist („Büchlein“), zeigt, dass das Gericht begrenzt ist. Gott in seiner Gnade setzt auch dem Gericht zeitliche Grenzen.


Der Engel stellte seinen rechten Fuß auf das Meer und den linken auf die Erde. Das zeigt die Totalität der Macht Gottes. Gott untermauert dadurch seinen Anspruch auf die gesamte Erde, auch dann wenn der Antichrist und der falsche Prophet auftreten werden.

Deutlich ausgesprochen wird dies in Psalm 24,1:

„Des HERRN ist die Erde und ihre Fülle, die Welt und die darauf wohnen“.


Verse 3-4:

„und er rief mit lauter Stimme, wie ein Löwe brüllt. Und als er rief, ließen die sieben Donner ihre Stimmen vernehmen. 4 Und als die sieben Donner redeten, wollte ich schreiben; und ich hörte eine Stimme aus dem Himmel sagen: Versiegle, was die sieben Donner geredet haben, und schreibe dies nicht! “


Das ist eine Gerichtsstimme. Auch die sieben Donner stehen für Gerichte. Um was es dabei genau geht, bleibt uns verschlossen. Johannes soll versiegeln, was die Donner geredet haben. Es wäre reine Spekulation hier Deutungsversuche zu unternehmen. Donner ist ein Zeichen des Gerichts. Donner trat auch am Berg Sinai auf, als Mose die zehn Gebote empfing:


16 Und es geschah am dritten Tag, als es Morgen wurde, da brachen Donner und Blitze los, und eine schwere Wolke lagerte auf dem Berg, und ein sehr starker Hörnerschall ertönte, so dass das ganze Volk, das im Lager war, bebte. 

17 Mose aber führte das Volk aus dem Lager hinaus, Gott entgegen, und sie stellten sich am Fuß des Berges auf. 

18 Und der ganze Berg Sinai rauchte, weil der HERR im Feuer auf ihn herabkam. Und sein Rauch stieg auf wie der Rauch eines Schmelzofens, und der ganze Berg erbebte heftig. 

19 Und der Hörnerschall wurde immer stärker. Mose redete, und Gott antwortete ihm mit einer lauten Stimme.“ (2. Mose 19,15-19)


Auch hier ist schon die Rede von Donner, von der Wolke, von Posaunen (Hörnerschall) und der lauten Stimme Gottes.


Auch beim Propheten Daniel ist die Rede vom Versiegeln, also dem Geheimhalten einer Botschaft (Daniel 12,9). Während die Versiegelungen bei Daniel nur temporär sind und nur bis zur Zeit des Endes andauern sollen, so sind die Versiegelungen der sieben Donner von Dauer. Sie bleiben versiegelt. Wir werden die Auflösung dieses Geheimnisses erst erfahren, wenn die Donner tatsächlich losbrechen. Gott hat seine Gründe, warum er uns hier nicht Näheres sagt. Auch in 2. Korinther 12,4 schreibt der Apostel Paulus, dass er in den Himmel entrückt wurde und dort unaussprechliche Worte hörte. Vielleicht verhält es sich bei Johannes ähnlich.




Verse 5-7:

„Und der Engel, den ich auf dem Meer und auf der Erde stehen sah, erhob seine rechte Hand zum Himmel 

6 und schwor bei dem, der von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt, der den Himmel erschuf und das, was in ihm ist, und die Erde und das, was auf ihr ist, und das Meer und das, was in ihm ist: Es wird keine Frist mehr sein, 

7 sondern in den Tagen der Stimme des siebenten Engels, wenn er posaunen wird, wird auch das Geheimnis Gottes vollendet sein, wie er es seinen eigenen Knechten, den Propheten, als gute Botschaft verkündigt hat.“


Der Engel schwört bei dem, der von Ewigkeit zu Ewigkeit lebt. Das ist der ewige Gott. Auch das ist ein Hinweis darauf, dass dieser Engel nicht Jesus Christus selbst ist. Denn Jesus sagt:

„Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige, und ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und des Hades.“ (Offenbarung 1, 17-18)


Nebenbei ist dies auch ein schöner Beleg dafür, dass Jesus Christus = Gott ist, Teil der Dreifaltigkeit aus Vater, Sohn und Heiligem Geist.


Und bei diesem ewigen Gott schwört der Engel. Es wird noch einmal an die gute Schöpfung Gottes erinnert, an Himmel und Erde und das Meer. Von oben nach unten. Der Engel schwört, dass es keine Frist mehr geben wird. Die Zeit, in der Gott die Gerichte noch zurück hält, wird beendet sein. Jetzt kommt alles zur letzten Ausreifung und zum Zielpunkt. Wenn die Zornschalengerichte kommen, ist die Zeit vorbei für diese Welt. Es wird sich alles erfüllen, was Gott verheissen hat.


Es wird die siebte Posaune angesprochen. Dann soll das Geheimnis Gottes vollendet sein, wie er es seinen Propheten als gute Botschaft verkündigt hat.

Sind die Gerichte eine gute Botschaft? Nein, aber es gibt auch eine frohe Botschaft bei der siebten Posaune. Wie wir  in Offenbarung 11,15ff. lesen, ist dies der Antritt der Königsherrschaft Jesu Christi und der Lohn für die Diener Gottes, der nun gegeben wird.


Das Geheimnis, um das es geht, muss eine Heilsbotschaft für die Knechte Gottes sein.

In 1. Korinther 15,51-52 heisst es:


„Siehe, ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, 

52 in einem Nu, in einem Augenblick, bei der letzten Posaune; denn posaunen wird es, und die Toten werden auferweckt werden, unvergänglich sein, und wir werden verwandelt werden.“


Hier ist die Rede von der Entrückung der Gemeinde. Der Zeitpunkt wird genannt: Bei der letzten, also siebten Posaune. Das passt erstaunlich präzise zum Geheimnis, welches in Offenbarung 10 genannt wird. Die Entrückung wird also zur Zeit der siebten Posaune erfolgen. Bestätigt wird dies durch Offenbarung 11: Die zwei Zeugen werden auch in den Himmel aufgenommen und in dem Zusammenhang ertönt dann die siebte Posaune. Es gibt, was die Entrückung und ihren Zeitpunkt angeht, vielerlei verschiedene Auslegungen. Dies soll extra erwähnt werden. Unsere Erkenntnis ist Stückwerk und wir sollen ohnehin jederzeit bereit sein für das Kommen Christi. Aber es gibt jedenfalls einige gute Hinweise darauf, dass die Entrückung das Geheimnis ist, um welches es in Offb. 10 geht.




Verse 8-11:


„Und die Stimme, die ich aus dem Himmel hörte, redete wieder mit mir und sprach: Gehe hin, nimm das geöffnete Buch in der Hand des Engels, der auf dem Meer und auf der Erde steht! 

9 Und ich ging zu dem Engel und sagte ihm, er möge mir das Büchlein geben. Und er spricht zu mir: Nimm es und iss es auf! Und es wird deinen Bauch bitter machen, aber in deinem Mund wird es süß sein wie Honig. 

10 Und ich nahm das Büchlein aus der Hand des Engels und aß es auf; und es war in meinem Mund süß wie Honig, und als ich es gegessen hatte, wurde mein Bauch bitter gemacht. 

11 Und sie sagen mir: Du musst wieder weissagen über Völker und Nationen und Sprachen und viele Könige.“


Die Bitterkeit des Buches verdeutlicht die Bitterkeit des Gerichtes. Die Süße ist schon ein Ausblick auf das kommende Reich Gottes. Das Bittere steht für die noch ausstehenden Zornschalengerichte. Die siebte Posaune hat zwei Stoßrichtungen, zum einen die positive Stoßrichtung nach oben, die Verwandlung der Gläubigen, aber auch die negative Stoßrichtung nach unten, die Zornschalengerichte.



Sind wir bereit für das Kommen Christi? Sind wir bereit, Buße zu tun und zu Jesus umzukehren? Gott wünscht sich dies für jeden Menschen. Er möchte nicht Gericht üben, aber es kann der Sünde und der Gottlosigkeit aufgrund seiner Heiligkeit nicht tatenlos zusehen. Nehmen wir also das Angebot Gottes durch Jesus Christus an und lassen uns sein Siegel schenken, mit dem uns das Gericht nichts anhaben kann.

 

Sonntag, 13. Februar 2011

weiter >

< zurück

 
 

Neues-Zeitalter.de © 2011

Impressum: Eckart Haase,info@neues-zeitalter.de,

Tel./Fax: 01803- 551828299