2012
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Offenbarung - Teil 14

 

Offenbarung an Johannes


Kapitel 14, Teil 1



Offenbarung 14, 1-13


Die dreifache Engelsbotschaft



Und ich sah: Und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion und mit ihm 144 000, die seinen Namen und den Namen seines Vaters an ihren Stirnen geschrieben trugen. 

2 Und ich hörte eine Stimme aus dem Himmel wie das Rauschen vieler Wasser und wie das Rollen eines lauten Donners; und die Stimme, die ich hörte, war wie von Harfensängern, die auf ihren Harfen spielen. 

3 Und sie singen ein neues Lied vor dem Thron und vor den vier lebendigen Wesen und den Ältesten; und niemand konnte das Lied lernen als nur die 144 000, die von der Erde erkauft waren. 

4 Diese sind es, die sich mit Frauen nicht befleckt haben, denn sie sind jungfräulich; diese sind es, die dem Lamm folgen, wohin es auch geht. Diese sind aus den Menschen als Erstlingsfrucht für Gott und das Lamm erkauft worden. 

5 Und in ihrem Mund wurde kein Falsch gefunden; sie sind untadelig.

6 Und ich sah einen anderen Engel hoch oben am Himmel fliegen, der das ewige Evangelium hatte, um es denen zu verkündigen, die auf der Erde ansässig sind, und jeder Nation und jedem Stamm und jeder Sprache und jedem Volk; 

7 und er sprach mit lauter Stimme: Fürchtet Gott und gebt ihm Ehre! Denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen. Und betet den an, der den Himmel und die Erde und Meer und Wasserquellen gemacht hat!

8 Und ein anderer, zweiter Engel folgte und sprach: Gefallen, gefallen ist das große Babylon, das mit dem Wein seiner leidenschaftlichen Unzucht alle Nationen getränkt hat.

9 Und ein anderer, dritter Engel folgte ihnen und sprach mit lauter Stimme: Wenn jemand das Tier und sein Bild anbetet und ein Malzeichen annimmt an seine Stirn oder an seine Hand, 

10 so wird auch er trinken vom Wein des Grimmes Gottes, der unvermischt im Kelch seines Zornes bereitet ist; und er wird mit Feuer und Schwefel gequält werden vor den heiligen Engeln und vor dem Lamm. 

11 Und der Rauch ihrer Qual steigt auf von Ewigkeit zu Ewigkeit; und sie haben keine Ruhe Tag und Nacht, die das Tier und sein Bild anbeten, und wenn jemand das Malzeichen seines Namens annimmt. 

12 Hier ist das Ausharren der Heiligen, welche die Gebote Gottes und den Glauben Jesu bewahren.

13 Und ich hörte eine Stimme aus dem Himmel sagen: Schreibe: Glückselig die Toten, die von jetzt an im Herrn sterben! Ja, spricht der Geist, damit sie ruhen von ihren Mühen, denn ihre Werke folgen ihnen nach.



Hier lesen wir von dem letzten Warnruf Gottes an die gottlose, dem Antichristen verfallene Menschheit. Zugleich erfolgt hier bereits vorausgebildet der Siegesruf der Erlösten. Das ist ein Trost gerade nach dem dunkelsten Kapitel 13, in welchem es um den Antichristen und seinen falschen Propheten ging (siehe Kapitel 13).


Die Offenbarung ist nicht durchgängig chronologisch aufgebaut. Auch bei Kapitel 14 erleben wir einen Einschub betreffend den Siegesruf der Erlösten, obwohl in den nachfolgenden Kapiteln ja auch noch die schwersten Gerichte, die Zornschalengerichte folgen. Es ist hier ein Vorausblick auf die Vollendung der Erlösten, eine Einheit aus Judenchristen und Heidenchristen, die im himmlischen Zion das Siegeslied singen.


Vers 1:

Und ich sah: Und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion und mit ihm 144 000, die seinen Namen und den Namen seines Vaters an ihren Stirnen geschrieben trugen. 


Oft hat man sich überlegt, was hier mit dem Berg Zion gemeint sein könnte. Im Alten Testament ist damit der Berg in Jerusalem gemeint, der Tempelberg. Es gibt aber auch das himmlische Zion, um welches es sich hier handeln dürfte. Es klingt hier bereits prophetisch an. Auf Erden gibt es aber weiterhin Menschen, denen in den folgenden Gerichten der Ruf zur Umkehr gilt. Die Hoffnung und der Ruf Gottes bleiben bestehen, auch dann noch werden sich Menschen bekehren und in die Schar der Erlösten aufgenommen.


Das Lamm, also der Herr Jesus steht auf dem Berg Zion. Hierzu Hebräer 12, 18ff:


18 Denn ihr seid nicht gekommen zu einem Berg, das betastet werden konnte, und zu einem angezündeten Feuer und dem Dunkel und der Finsternis und dem Sturm 

19 und zu dem Schall der Posaune und der Stimme der Worte, deren Hörer baten, dass das Wort nicht mehr an sie gerichtet werde 

20 — denn sie konnten nicht ertragen, was angeordnet wurde: »Und wenn ein Tier den Berg berührt, soll es gesteinigt werden«, 

21 und so furchtbar war die Erscheinung, dass Mose sagte: »Ich bin voll Furcht und Zittern« —, 

22 sondern ihr seid gekommen zum Berg Zion und zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem; und zu Myriaden von Engeln, einer Festversammlung; 

23 und zu der Gemeinde der Erstgeborenen, die in den Himmeln angeschrieben sind; und zu Gott, dem Richter aller; und zu den Geistern der vollendeten Gerechten;

24 und zu Jesus, dem Mittler eines neuen Bundes; und zum Blut der Besprengung, das besser redet als das Blut Abels.


Hier ist mit Zion klar das himmlische Zion, das himmlische Jerusalem gemeint. Dort werden versammelt werden die Gläubigen des Alten Bundes zusammen mit der Gemeinde des neuen Bundes.


Die 144.000: Wie in Offenbarung 7 schon angesprochen (siehe www.neues-zeitalter.de/neues-zeitalter/Texte/Eintrage/2011/1/2_Offenbarung_-_Teil_5.html) handelt es sich bei den 144.000 (12x12x1000) um die Berufenen aus den 12 Stämmen Israels, ausgenommen der Stamm Dan, aus dem der Antichrist kommen könnte. Dafür ist der Josefstamm verdoppelt in Ephraim und Manasse. 

Die 144.000 sind versiegelt mit dem Malzeichen Jesu Christi und eben nicht mit dem Malzeichen des Tieres. Hier sieht man auch, dass es kein Mittelding gibt, entweder man trägt das Malzeichen des Tieres oder das Siegel Jesu Christi. Hier können keine Kompromisse geschlossen werden, jeder Mensch gehört zu der einen oder zu der anderen Gruppe. Zu welcher ist die Entscheidung jedes Einzelnen.



Verse 2-3:

Und ich hörte eine Stimme aus dem Himmel wie das Rauschen vieler Wasser und wie das Rollen eines lauten Donners; und die Stimme, die ich hörte, war wie von Harfensängern, die auf ihren Harfen spielen.

3 Und sie singen ein neues Lied vor dem Thron und vor den vier lebendigen Wesen und den Ältesten; und niemand konnte das Lied lernen als nur die 144 000, die von der Erde erkauft waren.



Hier ist die Stimme der himmlischen Welt zu vernehmen, vom Throne Gottes ausgehend, die Engelheere, die Gott rühmen, aber ganz klar auch die vollendete Gemeinde des neuen Bundes. Sie singen ein neues Lied, das Lied des neuen Bundes. Dieses Lied lernen nun auch die 144.000 aus Israel. Die Gemeinde des neuen Bundes, die den Messias erfahren hat, bezeugt nun den Messias auch den Erlösten des Alten Bundes, die den Messias erwarteten, aber noch nicht schauen konnten.


Die vier lebendigen Wesen sind die Cherubim, besondere Engelwesen, die dem Thron Gottes am nächsten sind. Die 24 Ältesten sind 12 Vertreter der Stämme Israels und die 12 Apostel des Neuen Bundes, als Vertreter der Gemeinde.


Die 144.000 Erkauften sind durch das Blut Jesu Christi erkauft worden.



Verse 4-5:


4 Diese sind es, die sich mit Frauen nicht befleckt haben, denn sie sind jungfräulich; diese sind es, die dem Lamm folgen, wohin es auch geht. Diese sind aus den Menschen als Erstlingsfrucht für Gott und das Lamm erkauft worden. 

5 Und in ihrem Mund wurde kein Falsch gefunden; sie sind untadelig.


Vers 4 kann sich nicht auf die Ehe beziehen, da die Ehe in der Bibel als rein betrachtet wird. „Jungfräulich“ muss hier im übertragenen Sinne verstanden werden.

In Hebräer 13,4 heisst es:

„Die Ehe sei ehrbar in allem und das Ehebett unbefleckt! Denn Unzüchtige und Ehebrecher wird Gott richten.“


Die Ehe an sich ist also unbefleckt, wenn sie nicht befleckt wird. Die katholische Kirche hat daraus ihr Zölibat abgeleitet, was aber nicht im Einklang steht mit der Gesamtaussage der Bibel. Die Ehe ist rein, wenn kein Ehebruch und keine Unzucht geschehen.

So ist auch Offb. 14,4 zu verstehen. Diejenigen, die das neue Lied singen, haben sich also nicht dem Ehebruch oder der Unzucht hingegeben. Und im übertragenen Sinne haben sie auch keinen Götzendienst betrieben. Fremde Götter anzubeten, hat Gott stets mit Hurerei gleichgesetzt.


Sie folgen dem Lamm nach, wohin es auch geht. Damit sind auch schwere Wege gemeint und Leiden. Es sind also konsequente Jesusjünger.

Sie sind als Erstlingsfrucht aus den Menschen erkauft worden. Die Erstlinge kommen auch in 3. Mose 23 vor:


9 Und der HERR redete zu Mose: 

10 Rede zu den Söhnen Israel und sage zu ihnen: Wenn ihr in das Land kommt, das ich euch gebe, und ihr seine Ernte erntet, dann sollt ihr eine Garbe der Erstlinge eurer Ernte zum Priester bringen. 

11 Und er soll die Garbe vor dem HERRN schwingen zum Wohlgefallen für euch; am andern Tag nach dem Sabbat soll der Priester sie schwingen. 

12 Und ihr sollt an dem Tag, an dem ihr die Garbe schwingt, ein einjähriges Lamm ohne Fehler zum Brandopfer für den HERRN opfern;


Die Erstlingsgaben waren so wichtig, weil sie bereits die gesamte Ernte symbolisieren. Wer das erste bringt, bringt alles. Auch der erste Sohn wurde in Israel  dem Herrn gegeben, bzw. ausgelöst. So wird Gott die Erstlingsfrucht gegeben, sie wurde erkauft und so gehören auch alle, die den Erstlingen folgen zu Gott und dem Lamm Jesus Christus.


In ihrem Mund wurde keine Lüge gefunden. Satan ist ja der Vater der Lüge, Jesus ist aber selbst die Wahrheit (Johannes 14,6).



Ab Vers 6 finden wir die drei Engelsbotschaften. Es sind in diesem Kapitel insgesamt sechs Engel beschrieben und in der Mitte der Richter selbst, Jesus. Man hat dies verglichen mit einem Flügelaltar einer Kirche: Links drei Engel, rechts drei Engel und in der Mitte der Weltenrichter Jesus Christus.


Die ersten drei Engel sind ankündigende Engel, die das Gericht Gottes ankündigen, aber noch einen warnenden Bußruf verkünden. Die drei Engel danach sind ausführende Engel.



Verse 6-7:

Und ich sah einen anderen Engel hoch oben am Himmel fliegen, der das ewige Evangelium hatte, um es denen zu verkündigen, die auf der Erde ansässig sind, und jeder Nation und jedem Stamm und jeder Sprache und jedem Volk; 

7 und er sprach mit lauter Stimme: Fürchtet Gott und gebt ihm Ehre! Denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen. Und betet den an, der den Himmel und die Erde und Meer und Wasserquellen gemacht hat!


Der Engel fliegt am Zenit des Himmels. Das bedeutet, dass es nicht mehr 5 vor 12 ist, sondern es ist nun 12 Uhr, letzte Chance zur Umkehr. Die Gnadenzeit läuft nun aus.

Alle sehen und hören den Engel, alle Menschen müssen und dürfen es vernehmen. Es ist die letzte Verkündigung des ewigen Evangeliums. Mit lauter Stimme spricht der Engel, seine Botschaft ist unüberhörbar.


Der Inhalt des ewigen Evangeliums wird genannt: „Fürchtet Gott und gebt ihm Ehre! Denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen. Und betet den an, der den Himmel und die Erde und Meer und Wasserquellen gemacht hat!“



Vers 8:

Und ein anderer, zweiter Engel folgte und sprach: Gefallen, gefallen ist das große Babylon, das mit dem Wein seiner leidenschaftlichen Unzucht alle Nationen getränkt hat.


Das ist eine Vorausschau. In Offenbarung 17 wird die Hure Babylon noch genauer beschrieben. Ihr Fall folgt schließlich in Offenbarung 18. Aber schon hier wird ihr Fall angekündigt.



Verse 9-11:

Und ein anderer, dritter Engel folgte ihnen und sprach mit lauter Stimme: Wenn jemand das Tier und sein Bild anbetet und ein Malzeichen annimmt an seine Stirn oder an seine Hand, 

10 so wird auch er trinken vom Wein des Grimmes Gottes, der unvermischt im Kelch seines Zornes bereitet ist; und er wird mit Feuer und Schwefel gequält werden vor den heiligen Engeln und vor dem Lamm. 

11 Und der Rauch ihrer Qual steigt auf von Ewigkeit zu Ewigkeit; und sie haben keine Ruhe Tag und Nacht, die das Tier und sein Bild anbeten, und wenn jemand das Malzeichen seines Namens annimmt. 


Hier erfolgt eine ganz konkrete Warnung, das Malzeichen des Tieres nicht anzunehmen. Zu der Frage, was das Malzeichen sein könnte, gibt es unterschiedliche Deutungen. Eindeutig ist, dass es die Zahl des Namens des Tieres aufweist: 666. Anhand des Zahlenwertes kann man den Antichristen identifizieren. Da wir aus Offenbarung 13 wissen, dass niemand kaufen oder verkaufen kann, der nicht das Malzeichen des Tieres annimmt, hat es etwas mit der Wirtschaft zu tun, möglicherweise ein implantierbarer Chip, mit dem Zahlungsverkehr möglich sein wird.


Wer das Malzeichen des Tieres annimmt, wird vom Wein des Grimmes Gottes trinken, der unvermischt im Kelch seines Zornes bereitet ist. Das heisst Menschen mit dem Malzeichen werden unvermischt, also unverkürzt durch die schreckliche Zeit der Zornschalengerichte gehen müssen.


Gott ist gerecht, er richtet das Böse. Reine Gnade Gottes ist es, dass er uns überhaupt das Angebot zur Errettung macht. Er hätte Jesus nicht in unsere Welt senden müssen, doch er tat es aus Liebe. Doch Gott ist auch heilig, das Böse kann er nicht einfach auf sich beruhen lassen.


In Vers 11 wird auch der ewige Charakter dieser Entscheidung für oder gegen Jesus herausgestellt. Von Ewigkeit zu Ewigkeit bedeutet in der Bibel absolute Ewigkeit. In Vers 11 wird die Warnung vor dem Annehmen des Malzeichens wiederholt. Das bedeutet im Wort Gottes immer eine ganz besondere Hervorhebung. Hier wird sehr ernst und eindringlich davor gewarnt, das Malzeichen des Tieres anzunehmen.



Verse 12-13:

12 Hier ist das Ausharren der Heiligen, welche die Gebote Gottes und den Glauben Jesu bewahren.

13 Und ich hörte eine Stimme aus dem Himmel sagen: Schreibe: Glückselig die Toten, die von jetzt an im Herrn sterben! Ja, spricht der Geist, damit sie ruhen von ihren Mühen, denn ihre Werke folgen ihnen nach.



Hier wird Standhaftigkeit angesprochen. Die Heiligen sind diejenigen, die Jesus angenommen haben. An sie richtet sich der Aufruf standhaft zu bleiben und den Glauben zu bewahren, auch in schweren Zeiten. Natürlich gehört dazu auch das Gebot, sich keinesfalls das Malzeichen des Tieres anbringen zu lassen. Wer dem Herrn Jesus treu bleibt, wird belohnt werden.


Vers 13 meint auch die Märtyrer, die in der Drangsalszeit leben und Jesus treu bleiben. Natürlich sind alle Toten glückselig, die im Herrn sterben. Besonders werden hier die genannt, die in den schwersten Zeiten ihren Glauben nicht preisgeben. Sie werden ruhen von ihren Mühen. Von denjenigen, die das Malzeichen des Tieres annehmen, heisst es in Vers 11, dass sie keine Ruhe finden werden.


„Ihre Werke folgen ihnen nach“: Hier ist keine Werksgerechtigkeit gemeint. Es sind Glaubenswerke gemeint, indem sie dem Herrn treu geblieben sind und dem Herrn überall hin nachgefolgt sind. Dafür wird Gott sie belohnen, ihre Werke folgen ihnen nach.



 

Mittwoch, 27. Juli 2011

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