Der Anfang der Wehen
Der Anfang der Wehen
"1 Und Jesus ging aus dem Tempel fort und seine Jünger traten zu ihm und zeigten ihm die Gebäude des Tempels. 2 Er aber sprach zu ihnen: Seht ihr nicht das alles? Wahrlich, ich sage euch: Es wird hier nicht ein Stein auf dem andern bleiben, der nicht zerbrochen werde. 3 Und als er auf dem Ölberg saß, traten seine Jünger zu ihm und sprachen, als sie allein waren: Sage uns, wann wird das geschehen? Und was wird das Zeichen sein für dein Kommen und für das Ende der Welt? 4 Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Seht zu, dass euch nicht jemand verführe. 5 Denn es werden viele kommen unter meinem Namen und sagen: Ich bin der Christus, und sie werden viele verführen. 6 Ihr werdet hören von Kriegen und Kriegsgeschrei; seht zu und erschreckt nicht. Denn das muss so geschehen; aber es ist noch nicht das Ende da. 7 Denn es wird sich ein Volk gegen das andere erheben und ein Königreich gegen das andere; und es werden Hungersnöte sein und Erdbeben hier und dort. 8 Das alles aber ist der Anfang der Wehen. 9 Dann werden sie euch der Bedrängnis preisgeben und euch töten. Und ihr werdet gehasst werden um meines Namens willen von allen Völkern. 10 Dann werden viele abfallen und werden sich untereinander verraten und werden sich untereinander hassen. 11 Und es werden sich viele falsche Propheten erheben und werden viele verführen. 12 Und weil die Ungerechtigkeit überhand nehmen wird, wird die Liebe in vielen erkalten. 13 Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig werden. 14 Und es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen." (Matthäus 24:1-14)
Die Jünger zeigten Jesus die Gebäude des Tempels, doch Jesus wusste bereits, dass der Tempel zerstört werden würde: Im Jahre 70 durch den Prokonsul Cestius Gallus und seiner riesigen Armee zerstört, weil man durch den jüdischen Aufstand - hervorgerufen durch die Ungerechtigkeit, die Florius - Gouverneur von Judäa - verursacht hatte: Florius hatte den Tempelschatz geplündert, um seinen Reichtum zu mehren und warf jeden Juden ins Gefängnis, der einen Ausländer anklagte, ganz gleich, ob diese Klage berechtigt war oder nicht.
Auch heute ist der Tempel - es handelt sich um den Zweiten Tempel - immer noch zerstört: Es steht lediglich die Klagemauer, an denen vor allem orthodoxe Juden ihre Gebete verrichten. Auf den Resten des Tempels steht jetzt eine Moschee. Strenggläubige Juden vertreten die Ansicht, dass der Tempel erst mit der nach ihrer Meinung ersten Ankunft des Messias wieder aufgebaut werden dürfte.
Jesu Jünger fragten, was denn die Zeichen für das Kommen Jesu und das Ende der Welt sein würden. Jesus warnte sie, dass sie sich nicht verführen lassen sollten, denn viele würden in Seinem Namen kommen und sagen, dass sie der Christus seien und viele verführen werden: Dies sieht man gerade in der heutigen Zeit immer deutlicher. Der Gründer der Mun-Sekte, Sang Myung Mun, behauptet, eine Vision von Jesus Christus gehabt zu haben und den Auftrag erhalten zu haben, die "unvollendeten" Aufgaben Jesu fortzuführen und zu vollenden. Mun selbst sieht sich als den eigentlichen Erlöser.
Doch schon vorher traten viele als Heilsbringer auf; so wird im Islam Jesus zu einem Propheten, der noch unter Mohammad, dem angeblich letzten Propheten, steht. Nach der Lehre des Islam ist Jesus, sondern ein Anderer, ein Doppelgänger, am Kreuz gestorben, womit die Erlösungstat Jesu für null und nichtig erklärt wird.
Aber auch andere Heilsbringer kamen: So gab Joseph Smith jr. - Gründer der Mormonen (Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage) an, ihm sei der Engel Moroni erschienen und habe ihm das Buch Mormon in Form von drei Goldplatten gegeben, die er dann übersetzen konnte. Mit dem Buch Mormon hat Joseph Smith jr. allerdings die Bibel ergänzt; für Mormonen ist dieses Buch genauso heilig wie die Bibel selbst. Aber in der Offenbarung, Kapitel 22, Verse 18-19, lesen wir:
"Ich bezeuge jedem, der die prophetischen Worte dieses Buches hört: Wer etwas hinzufügt, dem wird Gott die Plagen zufügen, von denen in diesem Buch geschrieben steht. 19 Und wer etwas wegnimmt von den prophetischen Worten dieses Buches, dem wird Gott seinen Anteil am Baum des Lebens und an der heiligen Stadt wegnehmen, von denen in diesem Buch geschrieben steht."
Damit zeigt sich, dass das Buch Mormon nicht wahr sein kann und Joseph Smith jr. Lehre viele zum Abfall verführt. Aber auch die vielen Marienerscheinungen, die sich gerade seit dem 19. Jahrhundert vermehren, vermitteln einen falschen Christus. Die "Mutter Gottes", die hier erscheint, hat eher dämonischen Charakter wie es das Chick-Gospel "Warum weint Maria?" besonders gut beschreibt und das auf www.chick-gospel.de online nachgelesen werden kann. Ebenso ist bei diesen Erscheinungen auffällig, dass Christus in der Regel als kleiner Säugling auf dem Arm der Mutter seiner menschlichen Natur dargestellt wird: Hier wird Maria die größere Macht zugesichert, denn ein Baby ist ja machtlos und braucht den Schutz und die Fürsorge seiner Mutter bzw. seiner Eltern. Insbesondere bei erzkonservativen Katholiken findet sich der Segenswunsch: "Maria mit dem Kinde lieb uns deinen Segen gib." Die Aussage Karol Wojtylas (Papst Johannes Paul II), Maria sei Miterlöserin, eine Aussage, die schon während des Zweiten Vatikanischen Konzils getroffen wurde, ist hier bezeichnend für einen Abfall, der nicht von der Hand zu weisen ist: "5 Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, 6 der sich selbst gegeben hat für alle zur Erlösung, dass dies zu seiner Zeit gepredigt werde." So lesen wir es im 1. Timotheus, Kapitel 2, Verse 5 und 6. Damit ist die Lehre von der Miterlösung durch Maria oder irgendeine andere Person ausser Christus Jesus null und nichtig. Nebenbei sei bemerkt, dass Gott immer nur Engel als Boten für Seine Offenbarungen sandte und keine verstorbenen Personen.
Auch die vielen Gurus fernöstlicher Religionen - hauptsächlich aus Indien - treten heute als Heilsbringer auf, als weitere Christusse. Und aus dem Buddhismus wird vor allem der Dalai Lama geradezu gottgleich verehrt: Man setzt auf den Heilsweg des tibetanischen Buddhismus und übersieht die vielen okkulten Bereiche dieser Religion, zu denen unter anderem der Ahnenkult gehört.
Diese Liste lässt sich noch beinahe endlos weiterführen. Aber Jesus zeigt auch andere Aspekte der Endzeit auf. So wird uns im siebten Vers erklärt, dass es Kriege und Kriegsgeschrei geben wird und sich ein Königreich gegen das andere - also ein Staat gegen den anderen - erheben wird, dass es zu Hungersnöten und zu Erdbeben kommen wird. Seit Jesu Zeiten wurden die Kriege immer zahlreicher und immer brutaler. In die Kreuzzüge waren viele Staaten involviert, der Dreißigjährige Krieg verwüstete weite Teile vor allem in Deutschland und dezimierte die Bevölkerung gewaltig. Napoleon mit seinem Riesenheer setzte fast ganz Europa in Brand, doch das war und ist noch lange nicht das Ende einer furchtbaren Entwicklung: Mit der Ersten Industriellen Revolution revolutionierte sich auch die Waffentechnik: Man konnte immer weiter feuern, und die Munition riss immer mehr Menschen in Tod und Verderben. Alfred Nobel, der das Dynamit eigentlich dafür erfand, um den Bergleuten ihre harte Arbeit unter Tage zu erleichtern, zerbrach daran, dass es für Kriegszwecke eingesetzt wurde und damit die Völkerschlachten noch weiter brutalisierte.
Mit dem Ersten Weltkrieg globalisierte sich auch die Kriegsführung. Gaswaffen wurden zum ersten Mal eingesetzt, ebenso Aufklärungsflugzeuge, die teilweise über die feindlichen Schützengräbern Granaten abwarfen. Auf alliierter Seite setzte man Tanks (Panzer) als neue Waffe ein, die feindliche Gräben überrollte. Der Zweite Weltkrieg riss noch mehr Länder ins Verderben: Fast ganz Europa wurde zerstört, der Russlandfeldzug, die Ostfront, war außergewöhnlich brutal, und auf Hiroshima und Nagasaki wurden trotz der knapp bevorstehenden Kapitulation Japans die ersten beiden Atombomben abgeworfen. Die atomare Bedrohung wurde zu einem beängstigenden Szenario des Kalten Krieges, und wir waren dem nuklearen Schlagabtausch nicht nur während der Kubakrise näher als wir meinen.
Seit dem Zweiten Weltkrieg ist die Erde auch niemals mehr zur Ruhe gekommen: Überall fanden Kriege statt, aber auch bewaffnete Konflikte. Die Entkolonialisierung Afrikas und Indochinas wurde teuer mit Blut erkauft, der Korea- und Vietnamkrieg sind zwei weitere berühmte Beispiele, genauso wie der sowjetische Einmarsch in Afghanistan. Überall knallte es irgendwo, fanden Revolutionen und Bürgerkriege, aber auch zwischenstaatliche bewaffnete Konflikte statt. Vergessen dürfen wir dabei nicht, dass Deutschland unter der rotgrünen Koalition - also von einer Koalition von zwei Parteien, die sich gerade in den 1980iger Jahren in der Friedensbewegung engagierten - unter dem Bundeskanzler Gerhard Schröder und dem Verteidigungsminister Rudolf Scharping mit der Luftwaffe die ersten kriegerischen Einsätze seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland im ehemaligen Jugoslawien durchführte, dies unter Befehlsgewalt der NATO, die im Grunde ein Verteidigungsbündnis sein soll. Derzeit sind NATO-Bomberstaffeln im Einsatz gegen Ghadaffis Truppen in Algerien, und deutsche Soldaten sind ebenfalls im Kampf gegen den weltweiten Terror und Al Kaida in Afghanistan eingesetzt und werden in Kämpfe verwickelt.
Aber auch die Hungersnöte steigen an: Die Wüsten wachsen. Die Sahelzone ist ein besonders betroffenes Gebiet. Auch Sudan leidet maßgeblich an Hungersnöte, und in Äthiopien und Eritrea hungern Menschen genau wie in Somalia. Rebellen lassen dort oft Hilfstransporte gar nicht erst durch, und Regierungstruppen sind diesbezüglich nur selten besser. Der Biosprit und der steigende Bedarf an Strom und Energie, der aus erneuerbaren Energien gewonnen werden soll - eine grundsätzlich zunächst einmal gute Idee - verschärft die Situation der Hungernden noch: Man baut Mais und Ähnliches nicht mehr als Nahrungsmittel an, sondern als Energielieferant.
Spekulanten tun ein Weiteres, um Lebensmittelpreise in schwindelnde Höhen zu treiben: Arme können sich die Grundnahrungsmittel oft nicht mehr leisten, weil an den Börsen mit eben diesen Lebensmitteln spekuliert wird. Doch auch der hohe Fleischkonsum in den Industrienationen, für den riesige Wälder gerodet werden, um Weiden für die Tiere zu erhalten, verschärfen bedauerlicherweise die Situation der Hungernden.
Erdbeben und andere Naturkatastrophen treten ebenfalls vermehrt auf: Noch nie waren die USA mit so vielen Orkanen "gesegnet" wie in den letzten Jahren. Während woanders die Wüsten und die Trockenheit zunehmen, gibt es - wie in Pakistan vor einiger Zeit - immer mehr Überschwemmungen, die ganze Häuser wegreißen. Selbst in Deutschland werden Hochwässer immer grauseliger und zerstörungswütiger. Der Tsunami, der zu Weihnachten 2004 Thailand in Mitleidenschaft zog, die Katastrophe auf Haiti, die japanische Katastrophe, bei denen auch zwei Atomkraftwerke in Mitleidenschaft gezogen werden, verdeutlichen nur allzu gut, wie sehr sich die Naturkatastrophen verschärfen.
Selbst die Bedrängnis, in der sich Christen befinden, wird immer deutlicher: Christenverfolgungen gab es nicht nur im Alten Rom, sondern auch zu späteren Zeitpunkten. Die Inquisition beförderte viele Wiedertäufer in den Tod, und oft bekämpften sich Christen gegenseitig statt füreinander einzustehen. Auch die real existierenden sozialistischen Staaten des Ostblocks verfolgten Christen. Auf Kuba und in Nordkorea werden Christen ebenfalls verfolgt und mit dem Tode bedroht. Auch in China können sich Christen nur dann einigermaßen (!) frei bewegen, wenn sie als Hauskirche von der Regierung anerkannt sind. Die als weltlich einzustufende Türkei blockiert den Bau von Kirchen und bekämpft jegliche christliche Mission. Messianische Juden werden von anderen Juden nicht anerkannt, und ein evangelischer Theologe ließ sich zur Aussage verleiten, dass Mission unter den Juden die Fortsetzung des Holocausts mit anderen Mitteln sei. Ein mir bekannter altkatholischer Pfarrer verurteilte ebenfalls jede Mission unter den Juden.
Liberale "christliche" Theologen sagen immer öfter aus, dass andere Religionen weitere Heilswege seien. Drewermann sieht in jeder Religion eine Medizin gegen eine ganz bestimmte Krankheit, Mutter Teresa wollte aus einem Hindu einen besseren Hindu, aus einem Moslem einen besseren Moslem usw. machen: Keine Rede davon, dass Jesus der einzige Retter ist! Selbst in christlichen Ländern wie Australien werden Schulbücher umgeschrieben, sodass man Weihnachten nicht erwähnt, und ein mittelamerikanischer Staat verbot, unter den indianischen Völkern das Evangelium zu verbreiten. In Schweden saß ein Pastor auf der Anklagebank, weil er Homosexualität aus biblischer Sicht als Sünde bezeichnete: Er wurde frei gesprochen, doch es zeichnet sich ab, dass man bald im Rahmen der "politischen Correctness" dies nicht mehr sagen darf, weil es angeblich eine Diskriminierung Homosexueller sei. Wir dürfen dabei nicht übersehen, dass es mehr und mehr Priester gibt, die in der Homosexualität keine Sünde mehr sehen; die Einsegnung homosexueller Paare nimmt sogar zu. Die dänische Staatskirche vermählt sogar homosexuelle Pfarrer.
Dies zeigt zugleich den großen Abfall und die Liebe, die in vielen erkaltet. Immer weniger Christen haben eine evangelikale Einstellung. Von einigen Pfarrern wird sogar "Weihnachten im Schuhkarton" verurteilt, weil dort kleinere evangelistische Traktate mitversendet werden. Wo ist da die Liebe zu den Verlorenen?
Der Abfall zeigt sich aber auch darin, dass nicht nur die Sexualmoral in christlichen Kreisen ausgehöhlt wird. Obwohl in den Briefen das Predigeramt Frauen verboten ist, gibt es mehr und mehr Denominationen, die sich hierüber wegsetzen. Viele Geistliche sprechen sogar von einer theistischen Evolution, also einer Evolution, die von Gott angestoßen worden sei. Die Wunder Jesu werden als symbolische Handlungen verstanden, die allenfalls tiefenpsychologisch verstanden werden. Die Bibel wird selbst von christlichen Theologen durch die historisch-kritische Methode zu einem Sammelsurium von Mythen, Fabeln und Legenden herabgestuft und somit verleumdet.
Auch die Ungerechtigkeit nimmt überhand: Korruption, Verleumdung und Betrug sind längst an der Tagesordnung. Die Schere zwischen arm und reich wird auch innerhalb einzelner Volkswirtschaften immer größer. Die Sünde ist längst Alltag. Ehen ohne Trauschein - in den 1970iger Jahren noch als wilde Ehen bezeichnet - sind längst Alltag. Selbst auf Schulhöfen bemerken wir eine zunehmende Brutalisierung. Es fällt immer schwerer zu beharren, doch beharren müssen wir, damit wir am Ende gerettet werden.
Ein positives Zeichen des Endes finden wir jedoch: Das Evangelium, die Frohe Botschaft von der Rettung durch Jesus Christus, wird an allen Weltenden gepredigt. Die Karmelmission missioniert in der islamischen Welt. Durch Fernsehen, Satellit, Radio und Internet findet das Evangelium Verbreitung. Die Bibel ist das am Meisten übersetzte Buch. Lassen wir uns von Jesu Wort trösten: "Es spricht, der dies bezeugt: Ja, ich komme bald. – Amen, ja, komm, Herr Jesus!" (Offenbarung 22,20)
Markus Kenn
Donnerstag, 13. Oktober 2011
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